Abenteuer am Amazonas: 7 Risiken und wie man sich gegen sie absichert

Risiken bei Reisen am Amazonas
Reisen am Amazonas ist ein Abenteuer, aber birgt auch Risiken

Erbarmungslose Schwüle, unberührter Regenwald und blutrünstige Raubtiere am Amazonas. Viele haben Bilder im Kopf, die den Action-geladenen Schatzjagden Indiana Jones’ ähneln. Die Realität sieht anders aus, birgt aber nicht unbedingt weniger Gefahren. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die eine gute Vorbereitung für Abenteuerreisen in das Amazonas-Gebiet ausmachen.

Wer die richtige Route plant und sich bei Einheimischen informiert, den erwarten rund um das Amazonasbecken mit seinen 10.000 Nebenflüssen Waldgebiete und Nationalparks der Extraklasse. Von Peru über Ecuador bis nach Brasilien wartet die Natur auf mit atemberaubender Vegetation und einer schier endlosen Artenvielfalt. Aber die Abgeschiedenheit hat ihren Preis: Kein Handyempfang, keine Rettungskräfte, kein Supermarkt.

7 Risiken und wie man sich gegen sie absichert

1) Unfälle: Einer der größten Unwägbarkeiten auf Wanderung durch den Regenwald lauert im Gelände. Eine dicht bewachsene Flora versperrt oft die Sicht auf tückische Stellen. Der Schritt zu schnell kann Falltiefe bedeuten, am Boden lauern Stolperfallen. Verstauchter Knöchel, gebrochener Knochen – was in der Altstadt von München schon nicht witzig ist, wird am Amazonas zur Lebensgefahr.

Um sich abzusichern, sollten Wanderer mindestens einen Erste-Hilfe-Kurs oder noch besser einen Survival-Kurs für den Regenwald machen, in gute Schuhe mit Knöchelverstärkung investieren, niemals alleine reisen und eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die auch Hubschrauber-Einsätze und Rücktransporte nach Europa umfasst. In Bereichen ohne Handynetzabdeckung muss immer ein GPS-Gerät dabei sein. Auch für alteingesessene Abenteurer kann es zudem ratsam sein, in unbekanntem Gelände auf einen erfahrenen Guide zu vertrauen.

2) Proviant: Für das richtige Verhältnis zwischen Gepäckgewicht und genügend Proviant gibt es keine Faustformel. Mit der eigenen Energie haushalten ist die große Kunst auf extremem Wandertouren. Es kommt immer auf die Bedingungen des jeweiligen Geländes an. Generell gilt aber: Niemals den Bedarf an sauberem Trinkwasser unterschätzen!

3) Gepäck: Packlisten kann jeder. Wer aber am Amazonas unterwegs ist, muss sich individuell auf extreme Bedingungen vorbereiten. Zuviel Gepäck heißt Erschöpfung auf weiter Flur. Lieber zwei Shirts mitnehmen statt fünf, dafür aber gut eingetütet und aus Synthetikmaterialien. Denn einmal nass, werden herkömmliche Klamotten bei der drückenden Luftfeuchtigkeit nie wieder trocken. Je nach Route wird der Fehler aber auch in die andere Richtung schnell gemacht. Wer etwas vergessen hat, der muss ohne auskommen. Im Amazonas gibt es keinen Supermarkt.

Foto: Im Wald gibt es kein WiFi, dafür aber eine viel bessere Verbindung

Das kann im besten Fall für unangenehme Überraschungen sorgen, wenn am Mittag die Hitze knallt und es nachts auf Minusgerade herunterkühlt. Klingt komisch? Ist aber so. In den Gegenden um die Anden oder am Cotopaxi in Ecuador zum Beispiel.

4) Wetter: Die Witterungsbedingungen am Amazonas sind tough: Von einer Sekunde auf die nächste, kann gleißende Sonne, die dem Kreislauf zu schaffen macht, in wolkenbruchartigen Regen umschwenken. Gegen die Sonne helfen Sunblocker ab Lichtschutzfaktor 50, Kopfbedeckungen und auch der alte Trick, immer bewusst den Schutz schattiger Bäume zu suchen. Gegen plötzlich aufkommenden Regen schützen nur extrem wasserdichte Outdoor-Klamotten oder zu warten.

Eine besonders hohe Gefahr geht darüber hinaus von Gewittern und umstürzenden Bäumen aus. Sollte man dennoch in eines geraten, empfiehlt es sich, sofort Unterschlupf zu suchen. Gibt es keinerlei Behausung, kann eine Mulde im Boden Abhilfe schaffen. Unter keinen Umständen darf sich aber unter hohe Bäume gestellt werden, das ist lebensgefährlich!

6) Wilde Tiere: Obwohl sie Vielen Angst machen, wilde Tiere scheuen so gut es geht das Aufeinandertreffen mit Menschen. Natürlich ist niemand deshalb vor ungewollten Kontakten gefeit. Um sich vorzubereiten, hilft gutes Schuhwerk gegen Schlangenbisse. Am besten zudem, wenn möglich, im Regenwald nichts direkt anfassen. Besonders Flüsse sind eine Gefahrenquelle. Sie sollten nur mit Booten befahren oder umgangen werden. Raubtiere sind im Amazonas-Gebiet eher scheu und meist bis zum Rande des Aussterbens selten geworden.

Foto: Piranha in Brasilien

7) Krankheiten: Viel blutrünstiger als Puma und Jaguar sind Mosquitos. Hier hilft ein starkes Repellent und lange helle Kleidung. Außerdem sollte jeder Offroad-Reisende immer eine kleine Reiseapotheke dabei haben. Gegen kratzige Begegnungen mit zutraulichen Säugern wie Affen oder Nasenbären, sollte man sich mit einer Tollwut-Impfung absichern. Generell ist es unabdingbar, vor Reise an den Amazonas, alle empfohlenen beziehungsweise vorgeschriebenen Impfungen und gegebenenfalls auch eine Malariaprophylaxe zu machen.

Immer ein Restrisiko

So vorbereitet kann das großartige Adventure beginnen. Ein Restrisiko bleibt natürlich immer. Für Abenteurer, die zuhause eine Familie oder einen Partner haben, der auf sie wartet, könnte es zudem sinnvoll sein, sich über Vorsorgemaßnahmen gegen den Ernstfall zu informieren.

Titelbild: © Dan Gold / Unsplash.com

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