History Facts: Das älteste Grab Deutschlands

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Im Jahr 1962 stießen Bauarbeiter in der Uckermark auf Überreste einer mehr als 8.000 Jahre alten Grabstätte. Erst bei Nachgrabungen im Jahr 2016 stellte sich heraus, dass dieses Grab eine besondere Bedeutung hat. Es gehört zum ältesten Friedhof Deutschlands.

Das älteste Grab Deutschlands

Wie die Zeit berichtet, haben Archäologen nördlich von Berlin ein Gräberfeld gefunden, das etwa um 6.400 vor Christus entstand. Zu einer Zeit, in der heimische Jäger und Sammler die ersten Bauern trafen. So stießen die Archäologen auch auf ein Grab mit einem, in aufrechter Position bestatteten Toten. Das Grab sei eine Weile lang offen geblieben, zitiert die Zeit Dr. Thomas Terberger vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen. Die Ansässigen hatten es erst versiegelt, nachdem der Oberkörper des Toten zusammengefallen war.

„Bislang waren aus der Mittelsteinzeit wenige Einzelgräber oder kleine Grabgruppen der mobilen Jäger und Sammler bekannt. Der Bestattungsplatz in Groß Fredenwalde wurde offenbar bewusst von einer Gemeinschaft angelegt und über Jahrhunderte genutzt”, sagt Prof. Dr. Thomas Terberger vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen in einer Pressemeldung.

Plötzlich sesshaft

Auch sei auf dem Grabfeld das früheste bislang bekannte Kindergrab in Mitteleuropa frei. Dem Göttinger Tageblatt zufolge war das Kind mit rotem Ocker bestreut gewesen, was auf die besondere Bedeutung des Kinds für seine Familie schließen lasse. Anhand der erstaunlich gut erhaltenen Knochen soll die Wissenschaft nun Hinweise auf die Lebensweise der letzten Jäger und Sammler vor der „neolithischen Revolution“ in Norddeutschland erhalten. Pollenanalysen sollen Rückschlüsse auf die Umweltveränderungen zu jener Zeit liefern.

Derzeit läuft an dem Friedhof ein zweijähriges Forschungsprojekt vonseiten der Universität Göttingen in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum.

Titelbild: ©Fokke/ stock.adobe.com

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