Digitale Trauer: Welche Plattformen Trost spenden

Trauer ist etwas sehr Persönliches und Intimes. Nicht jeder kann offen über solche Emotionen sprechen. Insbesondere direkt mit einem andren Menschen. Für manche ist das mit einem Schamgefühl verbunden, wie etwa Trauerbegleiterin Anemone Zeim von Vergiss Mein Nie im Interview hier auf dem Blog erklärt. Eine mögliche Lösung: Digitale Anlaufstellen für Trauernde. Durch Hilfe und Verständnis Gleichgesinnter finden sie so Schritt für Schritt wieder in den Alltag. Wir zeigen, welche Plattformen es gibt und welche Möglichkeiten sie Trauernden bieten.

Tröstender Austausch

Vielen ist der persönliche Austausch mit nahen Verwandten auf Grund räumlicher Entfernung oft nicht möglich. Oder es beseht kein soziales Umfeld mehr. Doch müssen auch diese Trauernden Dank den digitalen Anlaufstellen nicht auf tröstenden Austausch mit anderen verzichten.

Digitale Gedenkmöglichkeiten

Virtuelle Gedenkstätten bieten Hinterbliebenen die Möglichkeit orts- und zeitunabhängig ihrer Verstorbenen zu gedenken. Öffentlich und meist sichtbar für alle. Dadurch unterstützt die digitale Gemeinschaft Menschen bei ihrer Trauerarbeit. Und eint sie weltweit.

Auf dem Portal Gedenk-Kerzen.de können beispielsweise virtuelle Kerzen entzündet werden. Zusammen mit einer persönlichen Nachricht. Vielen ist dieser Brauch aus dem Kirchen Kontext bekannt.

Andere digitale Anlaufstellen wie Trauer.de, bieten trauernden Nutzern die Möglichkeit personalisierte Gedenkseiten online zu stellen. Um nicht das gesamte Netz an seiner persönlichen Seite teilhaben zu lassen, können Nutzer nur ausgewählte Personen einladen, diese zu besuchen.

Vom Netz in die Welt

Auf Trauerportalen können sich Menschen, die einen Verlust erlebt haben, mit anderen austauschen. So etwa auf dem Trauerforum Aspetos. Es wurde bereits 2006 in Wien gegründet. Nach großem Zuspruch der virtuellen Seite erweiterte Aspetos seinen Service auch in die reale Welt. Beispielsweise durch einen Blumenlieferservice an Gräber. Die Seite unterstützt Trauernde damit auf vielfältige Weise.

Zusammen weniger allein

Selbstverständlich ist auch Social Media ein Weg, der für Trauernde auf der Suche nach Austausch und Gemeinschaft nützlich sein kann. Die Auswahl ist groß. Riesige Gruppen mit bis zu 12.000 Mitgliedern gibt es genauso, wie kleinere mit 100 bis 200 Mitgliedern. So etwa die Gruppe „In lauter Trauer“, die von sich selbst sagt:

„Laute Trauer heißt der Trauer Ausdruck geben“.

Sie bietet ihren Mitgliedern die Option Gefühle nicht nur zu zeigen, sondern auch zu teilen.

Im Netz existieren zahlreiche Anlaufstellen für Menschen, die einen Verlust betrauern. Ob diese Art der Trauer zu einem persönlich passt, kann nur jeder selbst für sich entscheiden. Aber gerade für jemanden ohne enges soziales Umfeld ist die digitale Trauerwelt einen Blick wert.

Titelbild: ©iana_kolesnikova / stock.adobe.com

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