Intervallfasten: Wenn Pfunde im Schlaf verschwinden

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Es ist wohl der geballten Medienpräsenz eines Dr. Eckart von Hirschhausen zu verdanken, dass eine fast schon urzeitliche Form des Fastens zum neuen Trend der Ernährungsmedizin wurde. Die Rede ist vom so genannten Intervallfasten. Was verbirgt sich hinter dieser Form des vorübergehenden Essensverzichtes?

Bei der vom TV-Doc gewählten Methode zur Gewichtsreduktion handelt es sich im Grunde genommen um keine Diät, sondern um eine spezielle Art zu essen. Beziehungsweise nicht zu essen. So wie es einst schon unsere Urahnen taten. Diese mussten erstmal ein paar Tage auf die Jagd gehen und warten, bis sie wieder feste Nahrung zu sich nehmen konnten. Grund genug, das Thema näher zu beleuchten.

Was bedeutet Intervallfasten?

Wer sich zum Fasten entschließt, verzichtet. Auf bestimmte Speisen, Getränke oder Genussmittel – und das für einen kürzeren Zeitraum oder auch länger. Beim Intervallfasten gönnt der Fastende seinem Körper – je nach Variante – eine Auszeit von mehreren Stunden oder auch wenigen Tagen bis zur nächsten Mahlzeit.

Besonders angenehm: Niemand muss auf seine Leibspeise, das berühmte Stück Schokolade oder den geliebten Nachtisch verzichten. Was das Intervallfasten ausmacht, sind vielmehr die langen Pausen zwischen den Mahlzeiten. Während dieser Phasen hat unser Körper ausreichend Zeit, die Nahrung besser zu verwerten, mehr Fett zu verbrennen und Eiweiße abzubauen.

Welche Varianten gibt es?

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Methoden des Intervallfastens © Ärzteblatt

In der Fachliteratur werden beim Thema Intervallfasten verschiedenste Varianten aufgelistet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt unter anderem die 2-Tage-Diät, das Alternate-Day-Fasting (ADF) oder das Dinner-Cancelling, also den täglichen Verzicht auf das Abendessen, als mehr oder weniger verbreitete Formen des Intervallfastens auf. Seitdem das Thema Intervallfasten auch öffentliche Aufmerksamkeit genießt, gelten jedoch zwei Varianten als besonders alltagstauglich.

Der 16:8-Rhythmus

Als erstes zu erwähnen wäre die 16:8-Methode. In der Praxis bedeutet das 16 Stunden fasten, acht Stunden normal essen. Zwei Drittel des Tages auf Essen zu verzichten, klingt zunächst enorm. Dass diese Variante dennoch so beliebt ist, liegt insbesondere daran, dass bereits mehr als die Hälfte der täglichen Fastenzeit buchstäblich im Schlaf vergehen. Für die restlichen Stunden muss sich der Fastende nur entscheiden, ob er auf das Frühstück oder das Abendbrot verzichtet und stattdessen Tee, Wasser oder Kaffee (schwarz – versteht sich) zu sich nimmt. Das klingt machbar. Und mit etwas Disziplin und Selbstmotivation sind innerhalb von vier bis sechs Wochen die ersten positiven Ergebnisse zu sehen.

Die 5:2-Methode

Eine nicht minder populäre Variante ist die 5:2-Diät oder auch das 5:2-Fasten: Wer sich für diese Methode entscheidet, darf an fünf Tagen pro Woche wie gewohnt essen, ohne auf die Kalorienzahl zu achten. An den verbleibenden zwei Tagen nehmen Frauen 500 und Männer 600 Kalorien zu sich. Und zwar idealerweise in Form leichter Gerichte mit etwas Gemüse, Obst, Hühnchen oder Fisch.

Im Fokus der Wissenschaft

Wer das Intervallfasten ausprobieren möchte, wird schnell am eigenen Leib spüren, dass der befristete Verzicht aufs Essen positive Folgen hat. Denn in der Hungerphase leert der Körper die Kohlehydratspeicher in Leber und Muskeln und greift die Fettdepots an. Blutzucker- und Cholesterinspiegel sinken, die Selbstreinigung der Zellen (Autophagie) wird forciert.

Auch wissenschaftlich betrachtet, hat Intervallfasten positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Bei Tierversuchen wurde bereits eine deutliche Reduzierung des Risikos für Diabetes, Leberverfettung, Herz-Kreislauf- und Demenzerkrankungen festgestellt. Aufgrund der noch nicht ausreichenden Zahl an Vergleichsstudien können diese Effekte jedoch noch nicht auf den Menschen übertragen werden. Laut Medizinreport des deutschen Ärzteblatts existieren bei der 16:8-Methode bislang nur die Daten von etwa 300 Menschen.

„Es ist sehr unglücklich gelaufen, dass das Intervallfasten in den Medien sehr stark gehypt wurde, bevor es ausreichend wissenschaftliche Daten aus Humanstudien gab“. – Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde an der Charité

Was bringt Intervallfasten?

Auch wenn die Wissenschaft noch etwa vier bis fünf Jahre benötigt, um alle langfristigen Effekte zu klären: Wer das Intervallfasten ernsthaft betreibt, wird seine Ernährung auf gesunde Lebensmittel mit geringer Energiedichte umstellen. Dazu gehören Fisch und mageres Fleisch ebenso wie Obst, Gemüse und Vollwertkost. Letztere macht satt, ohne dass man das Gefühl hat, auf Vorrat essen zu müssen.

Auch für Makler könnte Intervallfasten mehr als eine Überlegung wert sein. Wegen des permanenten Termindrucks können Makler ihren Willen zum Intervallfasten schon zwangsläufig in den Arbeitsalltag integrieren. Durch den Verzicht auf Früh- oder Spätmahlzeiten spart der Fastende viele Kalorien und beugt damit Übergewicht und Adipositas vor. Auch gesünderer Schlaf, mehr Ausdauer, aktive Körperzellen und ein stabiler Blutzuckerspiegel sind die Folge.

Da das Thema aktuell eine große Aufmerksamkeit genießt, kann es auch ein idealer, unverfänglicher Gesprächseinstieg für das Kundengespräch sein. Von Ernährung ist die Überleitung zum Thema Risiken und Gesundheit schließlich nicht weit.

Titelbild: © Pablo Merchan Montes / Unsplash.com; Beitragsbild: Grafik: © Rudie / Fotolia.com

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