Jobs am Limit: Zwischen Flugvirus und Lizenzverlust

Pilot_Dela
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Einst stand er ganz oben auf der Liste der Traumberufe: der Pilot. Herr der Lüfte, Großverdiener, jederzeit belastbar – und auch in schwierigen Situationen immer souverän. So das Image in der Öffentlichkeit. Auch in der Selbstbetrachtung gehört der Beruf des Piloten auch heute noch zu denjenigen, bei denen Beruf und Berufung besonders nahe zusammenliegen.

Angesichts des zunehmenden weltweiten Flugverkehrs und des Aufkommens zahlreicher neuer Billigflug-Anbieter wird jedoch klar: Verkehrsflugzeugführer zu sein ist nicht mehr das, was es einmal war. Grund genug, diese Tätigkeit näher zu beleuchten und die Frage zu stellen: Wie sieht der Job eines Piloten wirklich aus und welchen Risiken setzt er sich täglich aus?

Bereits vor der Ausbildung fallen die meisten Bewerber durch

Wer Verkehrsflugzeugführer – so die offizielle Bezeichnung für einen Piloten beim Berufsstart – werden möchte, muss viel auf sich nehmen. Und das in jeglicher Hinsicht: Die Pilotenausbildung ist nicht nur langwierig und teuer, sondern auch äußerst hart und selektiv.

Schon der Einstellungstest gehört zu den schwierigsten Aufnahmeprüfungen überhaupt. Bereits die Berufsgrunduntersuchung verdeutlicht, welche Anforderungen ein künftiger Pilot meistern muss. Neben ihren Kenntnissen in Englisch, Physik, Technik, Mathematik und logischem Denken werden die Kandidaten auch auf ihre Merkfähigkeit, ihr Konzentrations- und Orientierungsvermögen, sowie auf Psychomotorik, Mehrfacharbeit und Persönlichkeitsmerkmale überprüft.

Keine Garantie auf anschließende Anstellung

Ist der Einstellungstest bestanden, geht der Ausleseprozess munter weiter. Während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung – zum Beispiel bei einer der großen Airlines oder bei einer privaten Flugschule – stehen die angehenden Piloten unter stetigem Druck, mental wie physisch. Regelmäßige Tests und medizinische Untersuchungen trennen die Spreu vom Weizen. Jedes Scheitern kann das sofortige Karriereende bedeuten.

Hohe Ausbildungskosten von von bis zu 120.000 Euro und die fehlende Garantie auf anschließende Anstellung sind zwei wichtige Faktoren, weshalb der Pilotenberuf nicht mehr die Attraktivität früherer Jahre besitzt. Außerdem muss sich ein Pilot darüber im Klaren sein, dass er mit seiner Ausbildung nicht so ohne weiteres einen anderen Beruf ausüben kann. Außer fliegen kann er mit seiner Pilotenausbildung nicht viel machen. Umso schlimmer, wenn er dann seine Fluglizenz verlieren sollte. Und genau hier kommt seine berufliche Absicherung ins Spiel.

Lizenzverlust als Damoklesschwert

Wer als Pilot arbeitet, muss in regelmäßigen Abständen ein medizinisches Attest über seine Flugtauglichkeit vorlegen. Verweigert der Arzt diese Bescheinigung, verliert der Pilot seine Lizenz und darf bis zur Vorlage eines neuen medizinischen Attests nicht mehr fliegen. Im schlimmsten Fall darf er überhaupt kein Flugzeug mehr führen.

Für Piloten gibt es deshalb eine eigene Form der Berufsunfähigkeitsversicherung, die sogenannte Loss of Licence-(LoL) oder Lizenzverlustversicherung. Diese ist an hohe Anforderungen und Voraussetzungen geknüpft:

„Viele Versicherungen fordern nochmals eine medizinische Untersuchung und die Prämien steigen mit zunehmendem Alter schnell in die Höhe. Eine gute Absicherung für den Lizenzverlust ist für viele Piloten dennoch immens wichtig, sichert man sich damit nicht nur selbst sondern oft auch seine ganze Familie damit ab.“ (Janis Schmitt, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit)

Die Leistung der Versicherung dient dem Übergang zu einer anderen Tätigkeit oder, soweit nicht anders umsetzbar, der Überbrückung bis zur Pensionierung. Eine zusätzliche Option – insbesondere für Familienangehörige eines Piloten – ist die Risikolebensversicherung.

So sichert DELA Piloten ab

Dass Piloten von vielen Versicherern als Risikogruppe betrachtet werden, liegt nicht so sehr an der Unfallwahrscheinlichkeit von Verkehrsflugzeugen. Vielmehr ist es die berufliche Fliegerei selbst, die krank machen kann. Besondere Risikofaktoren sind beispielsweise Zeitverschiebungen, Stress, die Luft im Flugzeug, die Strahlendosis oder Flüge in unsichere Gebiete. DELA gehört zu den wenigen Anbietern, die Piloten im Rahmen einer Risikolebensversicherung Schutz gewähren – eine Risikoprüfung vorausgesetzt:

„Piloten haben gewisse medizinische Anforderungen zu erfüllen, bevor eine Fluglizenz ausgehändigt wird. Trotzdem müssen Underwriter die Anamnese und bestehende Beeinträchtigungen, die sich auf die Flugtauglichkeit auswirken könnten, gut prüfen.” (DELA-Risikoprüfung)

Zu den möglichen Beeinträchtigungen, so die DELA-Risikoprüfung, zählen unter anderem Herzerkrankungen, erhöhter Blutdruck, Diabetes Mellitus, Nervenerkrankungen, psychische Beeinträchtigungen, symptomatische Atemwegserkrankungen oder Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Im Gegensatz zu Verkehrsflugzeugführern sind Kampfpiloten von einer Riskoprüfung grundsätzlich ausgeschlossen.

Besondere Kundenansprache von Verkehrspiloten

Wer sich mit dem Berufsbild Pilot näher beschäftigt, merkt alsbald: Dieser Job ist für viele Menschen immer noch attraktiv – insbesondere, wenn sie vom Flugvirus befallen sind. Genauer betrachtet, setzen sich Piloten jedoch einem ganz besonderen Risiko aus. Neben den für eine Tätigkeit im Cockpit üblichen Gesundheitsgefahren, ist es vor allem der latent drohende Lizenzverlust, der zum Berufsalltag gehört.

Gerade für Verkehrspiloten ist – ähnlich wie beim Testfahrer – eine individuelle Vorsorgeberatung geboten. Je nach Flugzeugtyp (Passagier- oder Cargoflugzeug) und Lizenz (privat oder beruflich) gilt es, individuelle Lösungen zu finden und anzubieten. Insbesondere die persönliche Absicherung von Leib und Leben steht dabei im Mittelpunkt.

Titelbild: atosan/fotolia.com Beitragsvideo: @ Deutsche Welle

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