Mit der Harley zur letzten Ruhe: Wie funktioniert die Motorradbestattung?

Mit der Harley zur letzten Ruhe: Wie funktioniert die Motorradbestattung?
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Dezember 2000: André Sauvageau, ein Gründungsmitglied der Rocker-Gang The Rock Machine, verließ seine alte Truppe und machte bei den kanadischen Hells Angels weiter. Am 26. Mai 2019 verstarb er – und zog hunderte von Hells Angels an, die aus ganz Kanada anreisten. Und Sauvageau die letzte Ehre zu erweisen. Das berichtete die Montreal-Gazette. Und zeichnet damit das Bild eines neuen globalen Bestattungstrends.

Trend aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten

In Amerika ist die Motorradbestattung bereits seit längerer Zeit ein Thema. Nun schwappt der Trend auch nach Deutschland über. Vorreiter ist der Motorradliebhaber Jörg Michael Grossmann, der schon 2015 mit lokalen Bestattern zusammenarbeitete, selbst aber kein Bestatter war. Nachdem er die „letzte Fahrt“ eines Mitglieds der Hells Angels in Arizona mitverfolgte, inspirierte ihn das, den Trend nach Deutschland zu bringen (siehe Video unten). Und dann willigen Kunden die letzte Fahrt zum Friedhof in einer modifizierten Harley Davidson anzubieten. Angefangen hatte er, so die Hannoversche Allgemeine, mit einer umgebauten Kawasaki-Maschine.

Wie funktioniert die Motorradbestattung?

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, wo der Sarg mitunter einfach auf einem fahrbaren Untersatz befestigt wird, unterliegt die modifizierte Harley in Deutschland bestimmten Regulierungen. So verfügen europäische Bestattungs-Harleys über einen Beiwagen, in dem sowohl Särge als auch Urnen Platz finden. Der Bestatter trägt hierbei bei Bedarf eine schwarze Lederkluft. Große Züge wie in Amerika kann es allerdings nur streng reguliert geben. Denn sobald dem Bestatter zehn oder mehr Motorräder folgen, müssen aus Sicherheitsgründen auch Polizisten dabei sein. Und zwar sowohl auf dem Motorrad als auch mit dem Auto.

Wachsende Nachfrage?

War Grossmann im Jahr 2015 noch der einzige Motorrad-Bestatter, so gibt es heutzutage immer mehr, die einen „Letzten Ritt“ auf der Harley anbieten. Denn Grossmann hat seine Erfindung patentieren lassen und verkauft die Lizenzen an andere Interessenten weiter. Zum Beispiel an einen Bestatter aus Bad Kötzting, einen dänischen Großbestatter oder den Bestatter Ingo Rauf aus Eichwalde. Letzterer fand Erwähnung in der Berliner Morgenpost. So können sich alle Motorradfahrer den großen Wunsch erfüllen: Mindestens einmal eine Harley zu fahren.

Makler, die an weiteren Informationen zur Zielgruppe Motorradfahrer interessiert sind, werden auf unserem Blog fündig.

Titelbild: © Lukas Gojda / stock.adobe.com

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