Antoine de Saint-Exupéry: Kleiner Prinz, große Legende

Antoine de Saint-Exupery

Der Franzose Antoine de Saint-Exupéry erreichte durch seinen weltweiten Bestseller, „Der kleine Prinz“, Kultstatus. Er selbst sah sich zu Lebzeiten stets als Berufspilot. Die Schriftstellerei war für ihn lediglich eine Nebentätigkeit. Am 29. Juni hätte er seinen 120. Geburtstag gefeiert.

Leidenschaft Fliegen

Geboren 1900 in Lyon, Frankreich, wuchs Antoine Marie Jean-Baptiste Roger Vicomte de Saint-Exupéry, als erster Sohn eines Grafen unter anderem in Südfrankreich auf. Nach einer Notlüge, in der Saint-Exupéry behauptete, er hätte eine mütterliche Erlaubnis, erlebte er 1912 an der Seite des Piloten und Konstrukteurs Gabriel Salvez-Wroblewski seinen ersten Flug. Die Faszination am Fliegen war geweckt.

Nachdem er auf Grund zu schlechter Noten im Fach Literatur keinen Studienplatz erhielt, entschied er sich schließlich zum Wehrdienst bei der Luftwaffe. Dort erlernte er das Handwerk des Flugzeugmechanikers und absolvierte durch private Flugstunden seine Pilotenausbildung. Als ausgebildeter Pilot flog er fortan Touristen über Paris. Die Luftfahrt-Karriere startete der junge Pilot schließlich 1926. Er war Pilot und leitete den Flughafen im Marokkanischen Tarfaya. Für die Wüsten-Bergung von insgesamt 14 Piloten verlieh das Land Frankreich Saint-Exupéry 1930 schließlich den „Chevalier de la Légion d’Honneur“ Orden.

Durchbruch als Autor

Während seiner Zeit in Marokko trat Antoine de Saint-Exupéry erstmals als Autor hervor. Sein frühes Werk, „Nachtflug“, das von dem tödlichen Flug eines Piloten handelt, erhielt bereits den renommierten „Prix Femina“ – der Durchbruch als Autor. Nach dem Einzug als Kriegspilot, ging der Franzose 1941 in die USA, wo er seine Kriegserlebnisse im Werk „Kriegsflieger“ verarbeitete. Ein weltweit veröffentlichtes Buch, welches unter dem Nazi-Regime auf dem Index landete. Sein Welterfolg „Der kleine Prinz“ erschien schließlich 1943 während Saint-Exupérys Zeit in New York. Eine märchenhafte Erzählung, in welcher ein kleiner Junge, von einem Asteroiden stammend, auf einen Piloten trifft. Bis heute wurde das Werk in 140 Sprachen übersetzt und 145 Millionen Ausgaben verkauft. Ein Originalexemplar des Buches wurde Laut ORF im Jahr 2016 für knapp 90.000 Euro versteigert.

“Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran).” – Der kleine Prinz, Antoine Saint-Exupéry

Der letzte Flug

Nachdem der Autor im Dezember 1935 bei einem Langstreckenflug über der ägyptischen Wüste abstützte und nach drei Tagen geborgen wurde, bleiben die Umstände seines tödlichen Absturzes 1944 bis heute ungeklärt. Während eines Aufklärungsflugs über Frankreich stürzte er ab. Ein Fischer fand Jahre später das gravierte Silberarmband Saint-Exupérys. Auch das Flugzeug wurde geborgen. Da der Schriftsteller kein Testament hinterließ, dauert der Streit um sein Vermächtnis bis heute an. Die Welt ehrte den Franzosen noch lange nach seinem Tod mit zahlreichen Widmungen und Preisen. In Frankreich gilt er als meistgelesener Romanautor.

Titelbild: ©JenkoAtaman/stock.adobe.com

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