Robert Koch: Pionier der Medizin

Robert Koch Institut

Robert Koch. Ein Name, der derzeit – danke des gleichnamigen Instituts – in aller Munde ist. Noch heute gilt Koch als einer der bekanntesten deutschen Mediziner. Besonders in dem Bereich der Mikrobiologie war er Wegbereiter. Doch was erreichte der Mann, dessen Todestag sich heute am 27. Mai zum 110. Mal jährt, zu Lebzeiten?

Frühe Erfolge

Geboren wurde Heinrich Hermann Robert Koch 1843 in Clausthal, als drittes von insgesamt dreizehn Kindern einer Bergmannfamilie. Nachdem Koch sein Medizinstudium in Hannover erfolgreich abschloss, nahm er 1872 eine erste Stelle als Kreisphysikus in Wollstein, heutiges Polen, an. Dort begann seine Forschung am Milzbrand. Denn gerade diese Krankheit forderte zahlreiche Opfer. Bereits vier Jahre später wies Robert Koch nach, dass Milzbrand von einem einzigen Erreger ausgelöst wird. Forschungsergebnisse, die er in einem dürftig ausgestatteten Heimlabor erschloss, veröffentlichte der Mediziner 1878 in seinem Buch „Über die Aetiologie der Wundinfectionskrankheiten“. Die Entwicklung von Desinfektionsverfahren und weiteren, gezielten Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten, verfolgte der stets präzise arbeitende Wissenschaftler ab 1880 am kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin.

Ehrung dank der weißen Pest

Im Laufe des 19. Jahrhunderts hatte sich die Tuberkulose, auch bekannt als die weiße Pest, zu einer Volkskrankheit entwickelt. Robert Koch befasste sich mit der intensiven Erforschung und konnte schließlich am 24. März 1882 die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers verkünden. Sein Vortrag über die „Ätiologie der Tuberkulose” machte den Mediziner daraufhin quasi über Nacht weltberühmt. 1905 erhielt Robert Koch für seine Entdeckung der Tuberkulose-Bazillen eine Ehrung mit dem Nobelpreis für Medizin. Koch war der fünfte Forscher, dem die Auszeichnung verliehen wurde. Er selbst sagte darauf über seine Arbeit:

„Ich lasse nicht locker.“

An offizieller Stelle

Nach einem Durchbruch in Robert Kochs Choleraforschung berief ihn das neu gegründete Hygienische Institut als ersten Ordentlichen Professor für Hygiene zum Direktor. Das Hygiene-Institut wurde für Ärzte aus aller Welt zum Zentrum bakteriologischer Forschung, woraufhin die preußische Regierung Ende des 19. Jahrhunderts eine weitere Institutsgründung veranlasste. Eröffnet wurde das „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“ schließlich am 1. Juli 1891. Unter der Leitung Robert Kochs entwickelte sich das “Koch’sche Institut” in den folgenden Jahren zu einem weltweit anerkannten biomedizinischen Forschungsinstitut. Auch Koch selbst wirkte bei der Gestaltung eines neuen Institutsgebäudes mit. Es ist daher bis heute als RKI bekannt.

Von Berlin in die Tropen

Nach jahrzehntelanger Institutsarbeit widmete sich Koch schließlich seiner weiteren Forschung auf Reisen. Seine stetige Begleiterin: Die zweite Ehefrau, Hedwig. Gemeinsam bereisten sie zahlreiche Länder, wo Koch vorrangig Malaria und die Schlafkrankheit untersuchte. Oft geriet der Wissenschaftler hier allerdings unter Kritik. Denn einige Forschungsmaßnahmen seien zu drastisch gewesen. Jedoch finden diese noch heute Anwendung in der modernen Medizin.

Bedeutendes Vermächtnis

Nach einem schweren Herzanfall im Frühling des Jahres starb Robert Koch am 27. Mai 1910 in Baden-Baden. Im Alter von 66 Jahren. Die Asche ist innerhalb des Instituts in einem zuvor eigens eingerichteten Mausoleum beigesetzt. Hier wird inzwischen auch der wissenschaftliche Nachlass Robert Kochs aufbewahrt. Darunter um die 1.100 Briefe, Urkunden über Auszeichnungen, Manuskripte und Veröffentlichungen, Fotografien und mikroskopische Präparate.

Titelbild: ©PiRi TV/stock.adobe.com

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