Please cover your mouth: Bleibt die Maske auch nach der Pandemie?

Maskenpflicht in der Zukunft nach Corona

In Asien zählt die Maske zum Alltag. Und das war auch schon vor Corona so: entweder zum Schutz der anderen bei Krankheit oder zum Eigenschutz. Im Rest der Welt kam der Mund-Nasen-Schutz erst durch die Pandemie in Gebrauch. Was wird die Zukunft bringen? Bleibt und in Deutschland und Europa die Maske auch nach Ende der Pandemie als Alltagsgegenstand erhalten? 

Maske als Alltagsschutz: Was sagen Mediziner? 

Auf die Frage, ob die Maske auch nach der Pandemie bleiben sollte, haben zumindest Ärzte eine klare Antwort: An Orten, wo viele Menschen aufeinandertreffen, wie etwa dem öffentlichen Nahverkehr oder in Arztpraxen, kann die Maske als Schutz dienen. Gestützt wird ihre Einschätzung durch eine Umfrage im vergangenen Herbst während des Lockdown-light. Diese zeigt die Wirkung der allgemeinen Hygienemaßnahmen auch bei gängigen Infektionskrankheiten.  

Infekte der oberen Atemwege, akute Bronchitis, Grippe und Magen-Darm-Infekte sowie Lungenentzündungen seien demnach zum Teil um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Ähnliche Ergebnisse bringt eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts in der ersten Jahreshälfte 2020. Um ganze 35 Prozent hätten sich meldepflichtigen Krankheiten reduziert. 

AHA-Formel hat sich offenbar bewährt 

Einer der Befürworter der Masken nach der Pandemie ist Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes des Verbands der niedergelassenen Ärzte Deutschlands. Wegen des Schutzeffekts der Maskenpflicht auch für andere Infektionskrankheiten empfiehlt er, an bestimmten Plätzen die Maske weiterhin zu tragen. “Wir sehen in den Praxen deutlich weniger Infekte”, sagte er in einem Gespräch mit der Welt. Auch wenn die Maske nicht alleine für die gesunkenen Infektionszahlen verantwortlich sei. Erst im Zusammenspiel mit Abstandhalten und regelmäßigem Händewaschen (AHA-Formel), der eingeschränkten Mobilität während des Lockdowns und den Kontaktbeschränkungen habe die Ansteckungen minimiert.  

Die Maske als Teil des Alltags? Was in westlichen Ländern erst durch die Pandemie zur Normalität geworden ist, gehört in asiatischen Ländern wie Japan und China schon seit 100 Jahren zum guten Ton. Masken waren schon vor Beginn der Pandemie nicht aus dem Straßenbild wegzudenken. Menschen tragen diese, um sich und andere vor Krankheiten zu schützen, aber auch gegen den Smog.  

Europäische Kulturhistorie: Maskierung im Wandel der Zeit  

In Deutschland hingegen fremdelte die Bevölkerung lange mit der Gesichtsbedeckung. Ursprung dieses Misstrauens könnte kulturell und historisch bedingt sein, wie ein Artikel in der Deutschen Welle aufzeigt. So ist schon in der Bibel beschrieben, dass sich der Mensch mit der Vertreibung aus dem Paradies schamhaft zu verhüllen beginnt, um sich somit vor den Blicken Fremder zu verstecken. Die Maskierung und Verhüllung als eine Metapher für die verlorene Unschuld?  

Weniger religiös geprägt ist der Umgang mit Masken während des Mittelalters und danach: Während der Pest trugen Ärzte Pestmasken. Sie selbst waren jedoch häufig gescheiterte Existenzen, erfolglose Ärzte, denen nichts anderes übrigblieb, als meist unheilbar Kranke zu behandeln und sich einer möglichen Ansteckung auszusetzen. Die Maske wurde auf diese Weise zum Synonym des Todes und der Hoffnungslosigkeit der Erkrankung. Und auch Jahrhunderte später verschmähten die Menschen die Maske noch weitgehend: Selbst in Operationssälen trugen Ärzte erst spät einen Mundschutz, was Bilder aus dem 19. Jahrhundert belegen. 

Maskenpflicht für immer? Was die Zukunft (vielleicht) bringt 

Da ein Ende der Corona-Pandemie offenbar noch in weiterer Ferne liegt, ist eine Prognose dazu, wie es mit der Maske weitergeht, noch kaum möglich. Ende 2020 prognostizierte der Virologe Christian Drosten, dass die Maskenpflicht uns mindestens noch bis Ende 2021 erhalten bleiben werde. Daran, so Drosten, würde auch ein fortschreitendes Impfprogramm zunächst nichts ändern.  

Wie es in Deutschland nach der Pandemie weitergehen wird, lässt sich ebenfalls nur schwer beantworten. Konkrete Strategien für die Zeit danach gibt es noch nicht. Zudem hängt viel von der Motivation und den Gewohnheiten der Menschen ab. Eine Umfrage mit rund 1.000 Befragten zeigt zumindest bei jüngeren Menschen die Bereitschaft, auch nach Ende der Corona-Pandemie die Maske nicht völlig in der Schublade verschwinden zu lassen.  

Titelbild: © Davide Angelini/stockAdobe.com

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