World Wide Mobbing: So schützt Ihr Euch vor anonymen Angreifern

Cybermobbing

Der digitale Grundstein liegt sozusagen in CERN. 1989 stellten drei Forscher ihre bahnbrechende Erfindung vor, die ein komplettes Jahrhundert prägen sollte: das World Wide Web. Das Internet bringt viele Vorteile, birgt aber auch Risiken. Eines ist beispielsweise Cybermobbing, das Menschen an die psychische Belastungsgrenze oder darüber hinaus trägt. Besonders die jüngere Generation ist betroffen.

Mobbing im Internet: Die Gefahr am Arbeitsplatz

Mobbing ist definiert als psychische Gewalt, die durch das wiederholte und regelmäßige, vorwiegend seelische Schikanieren, Quälen und Verletzen eines einzelnen Menschen durch eine beliebige Art von Gruppe oder Einzelperson. Im wirklichen Leben kann Mobbing für Betroffene sehr belastend sein. Im weiten Resonanzraum des Internets findet Cybermobbing ein ganz neues Ausmaß. Attacken im Internet können jeden treffen, sie durchziehen alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten. Mehr als jede zweite Mobbingattacke findet sogar am Arbeitsplatz statt.

Dort sind Vorgesetzte an fast der Hälfte der Mobbingfälle beteiligt. Über soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook oder auf der Videoplattform YouTube, in Chats, Foren oder in E-Mails können Mobbing-Attacken passieren. Kompromittierende Inhalte in Form von Bildern oder Nachrichten verbreiten sich deutlich schneller als im normalen Leben. Der Täter ist – anders als bei Mobbing – meist unsichtbar und anonym. Oft ist es nicht einfach, herauszufinden, wer sich hinter einem Pseudonym versteckt und von wem das Cybermobbing ausgeht.

Cybermobbing

Cybermobbing tritt oft an Schulen auf

Besonders betroffen sind auch Jugendliche und Schüler. Die Schikane endet, anders als etwa bei Mobbing in der Schule, nicht nach Schulschluss, wenn das Kind oder der Jugendliche zu Hause ist. Selbst Grundschüler seien schon betroffen. Das belegt die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Besonders häufig tritt das Problem an Schulen auf, weil Kinder und Jugendliche bevorzugt über soziale Netzwerke kommunizieren. Schulklassen sind mittlerweile oft im Internet vernetzt, sei es über Whatsapp-Gruppen oder andere soziale Netzwerke. Das bedeutet, Beleidigungen und Bedrohungen verlagern sich vom Schulhof ins Internet – wo die Hemmschwelle durch anonyme Fakeprofile umso mehr sinkt. Der größte Anstieg an Cybermobbing zeigte sich an Realschulen.

Auch die aktuelle Studie des Bündnis gegen Cybermobbing hat sich diesem Thema gewidmet. Sie zeigt, wie häufig Schüler von Mobbing im Internet betroffen sind. Insgesamt haben rund 4000 Schüler und 1000 Eltern sowie Lehrer an der Umfrage teilgenommen. Demnach ist die Zahl der Mobbingfälle seit 2017 um 36 Prozent gestiegen, sodass 2020 insgesamt fast zwei Millionen Schüler von Cybermobbing betroffen sind. Die Ergebnisse der beiden Studien decken sich in diesem Bereich. Sie belegen das Ausmaß des Cybermobbings: Schon mehr als jeder Zweite wurde im Zeitraum eines Monats mit Hassbotschaften konfrontiert. Aber auch von extremen politischen Ansichten und Verschwörungsmythen berichten Jugendliche.

Die Zahl der Attacken im Internet steigt jährlich

Die Studien zeigen, befeuert werden Hassbotschaften durch die Anonymität im Internet. Es steige dadurch die allgemeine Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, was besonders für jene Schüler, die im Internet nach Bindung suchen, verheerend sein kann. Die Zahl der Betroffenen, die Suizidgedanken äußerten, ist seit 2017 um 20 Prozent gestiegen und der Anteil, der Alkohol und Tablette einnahm, um 30 Prozent. Besonders durch den Fernunterricht während der Pandemie hat sich die Gefahr durch das Cybermobbing erhöht.

Von wem die Attacken im Internet ausgehen, ist oftmals schwer nachzuvollziehen, da sich die Täter in der Regel hinter Pseudonymen verbergen. Grundsätzlich können es sowohl einzelne Menschen wie auch Gruppen sein. In der Regel kennt das Opfer den Mobber auch, oft stammt dieser sogar aus dem sozialen Umfeld. Die Abgrenzung zwischen Täter und Opfer ist allerdings nicht immer scharf zu ziehen. Denn diejenigen, die andere im Internet mobben, sind und oder waren oftmals selbst Betroffene.

Das Problem an der Wurzel fassen durch Aufklärung

Als Empfehlung gegen Mobbing rät das Bündnis gegen Cybermobbing folgendes: Die Präventionsarbeit an Schulen muss das Problem an der Wurzel fassen und stärker über den sozialen Umgang im Internet aufklären. Wie auch in der Rheinischen Post zusammengefasst, dürften Betroffene Attacken in sozialen Medien nicht zu sehr an sich heranlassen. Stattdessen sollten sie Beweise sammeln und bei Straftatbeständen zur Polizei gehen und den Täter anzeigen. Dazu gehören Fälle wie Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede, Nötigung, Bedrohung und Nachstellung. Hinzu kommen im Internet noch Verletzung des Rechts am eigenen Bild, der Vertraulichkeit des Wortes und des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Darunter fallen beispielsweise Fotos in intimer Umgebung wie in der Dusche. Hilfestellungen gibt es bei Cybermobbing Hilfe.

Neben Cybermobbing drohen im World Wide Web auch Risiken anderer Natur: Trojaner und Würmer, Spam und Phishing sowie Cyberkriminalität zählen laut Bitkom zu den größten Risiken des Internets.

Titelbild: © leszekglasner/stockAdobe.com

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