D-Lounge in Augsburg: Das Risiko:Leben in allen Facetten

D-Lounge in Augsburg: Das Risiko:Leben in allen Facetten

Lange haben wir sie erwartet, nun lief sie bereits: Die D-Lounge 2023 feierte Premiere. Sechs Experten haben sich in den Augsburger RT1-Studios getroffen und diskutieren unter dem Oberthema „Risiko:Leben“. Wir berichten fast live vor Ort.

Sommeranfang in Bayern

Augsburg, Sommeranfang 2023: Trotz eines optimistischen Wetterberichts läutet ein Gewitter den Tag ein. Nach einer längeren Wärmeperiode kühlt ein Wolkenbruch die Stadt aus und reinigt sie vom Pollenflug der letzten Wochen. Während in den sozialen Medien „#gewitter“ trendet und sich Nordrhein-Westfalen in die Sommerferien verabschiedet, treffen sich in den RT1-Studios im schönen Städtchen Augsburg sechs Experten und zwei Moderatoren zum Feierabend-Talk der D-Lounge. Ab 18 Uhr diskutierten sie in der Talk-Runde das Thema „Risiko:Leben“ in all seinen Facetten. Die Details dazu stellen wir im Beitrag „Final Call für die D-Lounge“ vor.

In den RT1-Studios

Zwischen Bahn und Berg

Als erste Neuankömmlinge treffen Gela Allmann, Bergausdauersportlerin und Sportmodel in einer Person, und Marcus Börner, Vertriebsvorstand der inpunkto AG, im Foyer des Studios ein. „Ich freue mich auf einen inspirierenden Talk und viele spannende Meinungen rund um das Thema Risiko:Leben“, findet die Bergsteigerin. Marcus Börner wiederum ist auf die „spannende Zusammensetzung“ der Gäste gespannt. „Ich bin ein großer Fan der Huberbuam. Ich verfolge sie schon seit Jahren. Es ist schon wahnsinnig, die manche Menschen die Grenzen ausweiten.“

Kurz darauf folgt Anja Eschweiler, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizes Regenbogenland. „Es ist etwas ganz Besonderes für mich, dass wir heute über Kinderhospizarbeit reden, weil das sonst eher ein Tabuthema ist“, erklärt die Expertin.

Die Psychotherapeutin Dr. Anna Kuhns, die mitten aus dem Verkehrschaos der Münchener Innenstadt anreiste, sieht das ganz ähnlich: „Am meisten bin ich auf die Ansichten der Anja gespannt, weil ihr Thema eines ist, mit dem wir im Alltag so die wenigsten Berührungspunkte haben.“

Alexander Huber von den Huberbuam ließ extra für den Talk eine Reise mit der Deutschen Bahn und einer charmanten Grenzkontrolle über sich ergehen. „Ich bin da sehr ergebnisoffen. Es ist immer interessant, andere Menschen zu treffen und da den Austausch zu suchen“, verrät er vor dem Talk. Kurz vor vier stößt der auf Bergsteiger spezialisierte Versicherungsmakler Patrick Wörner zur Runde. Im Kurzinterview teilt er uns mit, dass er sich am meisten auf Gela Allmann und Alexander Huber freut. „Das ist genau meine Zielgruppe“, sagt der Makler dazu.

D-Lounge in Augsburg: Das Risiko:Leben in allen Facetten
Die Experten in der Runde

Risiken im Alltag

Noch zwei Stunden bis zum Start: Wir nutzen die Zeit, um die ersten Eindrücke der Experten zu sammeln. Welchen kleineren und größeren Risiken stellen sie sich im Alltag? Hier bieten die Experten eine große Bandbreite kleinerer und größerer Risiken. „Zu den kleineren Risiken gehört es für Mamas, täglich mal angeschrien zu werden“, sagt etwa Gela Allmann dazu. „Die größeren Risiken finden dagegen am Berg statt – da ist ein gewisses Verletzungsrisiko immer gegeben.“ Marcus Börner dagegen findet die Risiken schon im Kleinen. „Ich glaube, die kleinen Risiken fangen täglich bereits mit dem Aufstehen an. Theoretisch kann man überall mal stolpern und sich verletzen. Das ganze Leben ist ein Risiko. Man muss nur lernen, das richtig einzuschätzen und mit diesen Risiken umgehen zu können.“

Nur, wenn ich die Gefahr erkenne, kann ich adäquat reagieren. – Alexander Huber

Dr. Anna Kuhns und Patrick Börner machen dagegen die Risiken ihrer Klienten und Kunden zu ihren eigenen. „Privat gehe ich aber gern sportliche Risiken ein“, sagt Dr. Anna Kuhns dazu. Und der Bergsteigerprofi Alexander Huber hat natürlich vorrangig das Risiko der Berge im Sinn. „Immer dann, wenn man engagiert in den Bergen unterwegs ist, dann ist es im Absturzgelände. Darum bin ich es gewohnt, mich mit der Gefahr auseinanderzusetzen. Diese Gefahr zu erkennen, ist die wichtigste Lebensversicherung. Nur, wenn ich die Gefahr erkenne, kann ich adäquat reagieren.“

DELA vor Ort

Um halb fünf begrüßten wir außerdem die Delegation der DELA Lebensversicherungen: Walter Capellmann, Generalbevollmächtigter der DELA in Deutschland und einer der Moderatoren des Abends, Daniel Pytiak, CCO DELA, und Nina Senft, Referentin Corporate Marketing & PR. Dann war die große Pause auch schon vorbei: Die Profis von den RT1-Studios bestanden auf einem frühen Mic-Check, um spätere Pannen zu vermeiden. Für die Experten und Moderatoren ging es darum schon lange vor dem Beginn der Talk-Runde herunter zum „Verkabeln“.

Startschuss

18 Uhr: Die Vorbereitungen sind getroffen, die Experten bereit. Startschuss. Der Feierabend-Talk beginnt. Nach einer Begrüßung und Anmoderation durch Walter Capellmann und Dr. Rainer Demski dreht sich zuerst alles um den Bergsteigerprofi Alexander Huber. Per Video-Einspieler bekommen die Zuschauer einen Vorgeschmack dessen, was den Bergsteiger an die Bergwände treibt. Für Huber ist das Risiko ein integraler Bestandteil seines Lebens. „Ich muss das Risiko eingehen, Fehler zu machen, um etwas zu lernen.“ Er rät außerdem dazu, dass Bergsteiger das Umkehren nicht unterschätzen sollten. Wer schon merkt, dass für den weiteren Aufstieg die Expertise nicht ausreicht, für den ist es keine Schande, es fürs Erste gut sein zu lassen und später einen neuen Versuch zu starten.

„Jeder Tag ist wahnsinnig viel wert, denn es kann jeden Tag vorbei sein.“ – Gela Allmann

Im Anschluss zeigen Sturz und Aufstieg Gela Allmanns den krassen Kontrast davon, was auf dem Berg passieren kann. Nach einem Sturz aus unfassbarer Höhe schien Allmanns Karriere vorbei (die Details dazu finden Interessierte hier im Interview im DELA Maklermagazin), doch sie kämpfte sich zurück ins Leben und zeigt heute, wie weit man mit genügend Durchhaltevermögen kommt. Ihr Rat für den Alltag: „Jeder Tag ist wahnsinnig viel wert, denn es kann jeden Tag vorbei sein.“

Im Regenbogenland

Auch bei Anja Eschweiler geht es um Perspektive, allerdings nicht die aus der Luft, sondern die auf Probleme der Automobilindustrie. Eschweiler, die jahrelang in der Automobilbranche tätig war, engagierte sich schon länger im Kinderhospiz Regenbogenland, als ihr klar wurde, dass die Probleme „ihrer“ Branche neben dem, was sie im Regenbogenland erlebte, zunehmend verblassten. So entschied sie sich für den Sprung, kündigte und begleitet nun seit vier Jahren ihre kleineren und größeren Gäste im Kinderhospiz. Eschweiler lebt nach dem Motto: „Es geht nicht darum, das Leben mit mehr Tagen zu füllen, sondern den Tag mit mehr Leben zu füllen.“

„Es geht nicht darum, das Leben mit mehr Tagen zu füllen, sondern den Tag mit mehr Leben zu füllen.“ – Anja Eschweiler

Bei Patrick Wörner geht es zurück in die Bergwelt: Der Versicherungsmakler von „ClimberProtect“ tut genau das, was der Unternehmensname schon verrät. „Die eine Hälfte meines Tages spreche ich mit Gleichgesinnten über das Bergsteigen, die andere verbringe ich damit, sie zu versichern“, sagt Wörner in der Talk-Runde. Wörner zufolge sind es jedoch nicht unbedingt die „Profis“, die häufiger am Berg verunglücken. „Das größte Risiko haben 50-jährige Männer, die denken, sie könnten mal eben so ins Mittel- oder Hochgebirge wandern. Weil unten im Tal Frühjahr ist, glauben sie, man könnte schön ins Mittelgebirge wandern, und dann sind sie überrascht, dass oben auf dem Berg noch Schnee liegt.“

Eine Frage der Amygdala

Dr. Anna Kuhns wirft wiederum das psychologische Schlaglicht auf die schon angesprochenen Themen der Runde. Die Psychotherapeutin gibt Einblicke in die Trainingsfähigkeiten des Angstzentrums Amygdala und geht in Schulterschluss zu dem von Alexander Huber angesprochenen Rat, beim Bergsteigen nach unten zu gucken. Kurz gesagt: Wer sich häufiger mit seinen Ängsten konfrontiert, kann sie in gewissem Maße beeinflussen oder gar kontrollieren. Ihre Rolle bei der Bayerischen ist ein Vorgeschmack darauf, was die Versicherungswirtschaft in Sachen Psychologie leisten kann und muss. Dr. Kuhns richtet außerdem einen speziellen Dank an die Bayerische, die einen revolutionären Schritt in der „Risikoprüfung im Bereich BU hinsichtlich psychologischer Vorerkrankungen“ getan hat.

Und – last but not least – ist Marcus Börner vor Ort. Als Hobby-Motorsportler kennt auch er das Risiko der Straße. Als Experte in der Versicherungswirtschaft hat er allerdings auch Einsicht darin, in welchem Maße die Kunden sich mit ihrem Risiko befassen. „Die Leute können ihr Risiko nur schwerlich einschätzen. Wo ist die Grenze zwischen der Alpenwanderung und dem Bergsteigen? Wie sieht es beim Tauchen aus, beim Motorradfahren oder gar beim Fallschirmspringen? Da muss man schon sehr genau begleiten.“

Abspann

Soweit jedenfalls die Kurzfassung, die der gehaltvollen und spannenden Runde jedoch kaum gerecht wird. Wer die D-Lounge verpasst hat, aber trotzdem nochmal in die Tiefe gehen möchte, kann die gesamte Expertenrunde per Video einsehen. Dieses wird in Kürze bereitstehen. Wir werden auch darüber informieren und den Link bereitstellen.

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