Sicherer Badespaß im Sommer: Was gibt es zu beachten?

Baderegeln

Die Baderegeln hat jeder, zumindest wer in Gewässernähe aufgewachsen ist, bereits als Kind gehört. Dennoch geschehen immer wieder Unfälle, wie beispielsweise beim jüngsten prominenten Badeopfer, „Glee“ Star Naya Rivera, die von einem Bootsausflug nicht mehr lebend zurückkam. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 417 Menschen ertrunken. Was gilt es also zu beachten, um das kühle Nass sicher genießen zu können?

Unsicheres Gewässer: Gegen den Strom schwimmen

Wo in München das Baden in der Isar so normal ist wie das Baden an einem See, werden Badende in der Elbe in Hamburg dagegen gar nicht gern gesehen. Flüsse mausern sich vor allem innerhalb von Großstädten zum immer beliebterer Badeort. Die Nähe zum Zentrum, das erfrischende Nass und die abenteuerliche Strömung verleiten zur neuen Beliebtheit. “Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern”, warnt Achim Haag, Präsident der DLRG Wasserretter. Wer sich doch traut, sollte auf folgende Baderegeln achten:

  • Eigene Kraft nicht überschätzen
  • Strömung nicht unterschätzen
  • Möglichst nah am Ufer bleiben
  • Nicht in der Fahrrinne schwimmen
  • Von Brücken und Hafeneinfahrten fern bleiben

Kinder und junge Menschen: zu geringe Schwimmkenntnisse

“Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent ist kein sicherer Schwimmer mehr“, kommentiert Achim Haag die alarmierenden Zahlen. Denn besonders vom Ertrinken betroffen sind laut DLRG Kinder und junge Menschen. 25 Kinder im Vorschul- und Grundschulalter kamen 2019 ums Leben. Das läge unter anderem an der zurückgehenden Schwimmfertigkeit der Kinder, so der Präsident. Er kritisiert zudem die verschlechterten Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung. 20- bis 25 Prozent aller Grundschulen würden keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil kein Bad zur Verfügung stehe. Ausbildende Verbände hätten Wartelisten von ein bis zwei Jahren für einen Schwimmkurs. Daher ist von den Eltern gefordert, den Kindern das Schwimmen zu lehren, auf Baderegeln hinzuweisen und vor allem bei sich bewegenden Gewässern, gut auf ihre Kinder zu achten.

Alkohol am Badesee: Riskantes Vergnügen

Eine kleine Erfrischung außerhalb des kühlen Nass muss von Zeit zu Zeit sein. Um den Ausflug am See, Meer, Freibad oder Fluss aber genießen zu können, sollten Sonnenanbeter beim Konsum alkoholischer Getränke allerdings laut Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. einige Baderegeln beachten.

Alkohol im Blut erweitert die Gefäße. Wer schnell von der Hitze ins kühle Wasser springt, dem droht im Extremfall ein Kälteschock. Denn dann kann der Kreislauf den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Die schlimmste Folge wäre ein Herzstillstand.
Auch Muskelkrämpfe werden durch den Konsum von alkoholhaltigen Getränken verstärkt. Besonders bei sportlichen Badegästen, die gerne ein paar Runden schwimmen gehen ist die Gefahr besonders hoch. Durch den Sport verbrennen die Muskeln im Körper Zucker, der wiederum setzt Milchsäure frei. Der Alkohol verstärkt die Produktion – das kann zu den gefährlich Krämpfen im Wasser führen.

Gefährlicher Spaß: Der Sprung ins kühle Nass

Im Freibad verlocken Sprungbretter dazu schnell ins Wasser eintauchen zu können. Wer auch am See die actionreichere Variante mag, um ins Wasser zu gelangen, sollte sich vorher jedoch über die Wassertiefe und die Bodenbeschaffenheit informieren. Denn der Kopfsprung in einen kühlenden Badesee kann im schlimmsten Fall zur Querschnittslähmung führen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Berlin (DGOU) sind circa vier Prozent aller Querschnittslähmungen auf Badeunfälle zurückzuführen.

Trotz allen Gefahren, sollten Badende den Spaß im kühlen Nass nicht vergessen. Dennoch sollten Badegäste, egal ob am See, Fluss, Schwimmbad oder dem heimischen Swimming-Pool Vernunft walten lassen und sich an die Baderegeln erinnern. Denn dann kann das Vergnügen im kühlen Nass auch die nächsten Sommer stattfinden.

© eldarnurkovic/AdobeStock.com

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