Opa als Mitbewohner: Senioren-WGs liegen im Trend

Senioren-WG
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Alt mit alt oder jung mit alt – oder gleich mit mehreren Generationen unter einem Dach? Welche Wohnformen Menschen im Alter wählen, hängt auch vom sozialen Umfeld ab. Lebt die Familie weit entfernt, bleibt oftmals ein einst belebtes Haus leer zurück. Um diese Leere im Alter zu füllen, gibt es vielfältige Möglichkeiten.

Wie möchte ich im Alter leben?

Nicht erst im betagten Alter stellt sich für Senioren die Frage, wie sie ihren Alltag bestreiten möchten – oder auch: können. Frei nach dem Sprichwort “einen alten Baum verpflanzt man nicht”, wollen viele Senioren in ihrem Zuhause den Lebensabend verbringen. Und das zunehmend alleine. Nach Angaben des statistischen Bundesamt nimmt die Zahl der Mehrgenerationenhäuser merkbar ab. 2016 lag die Zahl derer, die sich mit den (Ur-)Großeltern ein Haus teilen, bei nur mehr 209.000. Ein Rückgang um 40 Prozent innerhalb von 20 Jahren. Nur noch 0,5 Prozent aller Haushalte hält an der Form des Zusammenlebens mit drei oder mehr Generationen fest.

Wenig überraschend also, dass Alleinstehende sich im Alter mit zunehmender Einsamkeit und Isolation konfrontiert sehen. Senioren WGs oder auch Wohnprojekte “Alt mit Jung” können in diesen Fällen Abhilfe leisten. Dazu bedarf es aber Offenheit und Flexibilität – die nicht jeder aufbringen kann. Das lassen zumindest die Zahlen des GDV und einer Forsa-Umfrage vermuten. Demnach lebten weniger als ein Prozent in einer Wohngemeinschaft mit anderen Senioren und nur sechs Prozent könnten sich dieses Wohnmodell für sich vorstellen. Zwischen Wunsch und Realität klafft eine große Lücke.

Offiziell gibt es circa 5.000 Senioren-WGs in Deutschland

Allerdings wird die Anzahl an Wohnprojekten für Senioren nicht einheitlich gelistet. Experten schätzen, dass es rund 5.000 “Senioren-WGs” in Deutschland gibt, wobei private Wohngemeinschaften entsprechend noch oben drauf gerechnet werden. Laut GDV hat sich in dieser Altersgruppe der Anteil der WG-Bewohner am stärksten gewandelt: Ende der 1990er Jahre gab es erst 33.000 Über-65-Jährige in solchen Wohngemeinschaften. Eine Zahl, die sich seitdem fast verdoppelt hat. Wer sich für eine Senioren-WG interessiert, kann sich hier informieren.

Jung hilft Alt als Gegenleistung für ein günstiges Zimmer

Allerdings ist WG nicht gleich WG. Es gibt zum einen die klassische Wohngemeinschaft zwischen Senioren ohne externe Hilfe durch Pflegekräfte. Und nicht zu vergessen die Symbiose mit einer Gesellschaftsgruppe, die in der Regel mit wenig Geld eine Bleibe sucht: Auszubildende und Studenten. Das Wohnmodell “Wohnen gegen Hilfe” stellt eine Schnittstelle für beide Generationen dar. Ältere Menschen mit viel Wohnraum bieten ihre Wohnung vergünstigt als WG für jüngere Menschen an. Im Gegenzug helfen sie im Alltag mit und unterstützen denjenigen in der Wohnung. Der Verein “Wohnen für Hilfe” vermittelt Interessenten. Eine Wohnform, die jedoch nicht für jeden geeignet ist, wie der GDV in einem Interview aufzeigte.

Weitaus üblicher ist das betreute Wohnen in Senioren-Wohngemeinschaften, wie eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität 2015 herausfand. Nur zwölf Prozent der Älteren wolle später in einem Pflegeheim leben. Der Großteil möchte sich seine Eigenständigkeit in den eigenen Wänden erhalten – sei es in Wohnkomplexen mit professioneller Hilfe oder im Zuhause mit ambulanter Pflege. Angebote gibt es beispielsweise bei der Caritas. Unterschieden wird in diesen Fällen zwischen Wohnen mit Service und Wohnen mit Pflege. Unterstützende Hilfe erhalten Senioren etwa durch einen ambulanten Pflegedienst, bei Mahlzeiten oder in Form eines Hausnotrufsystems.

Ist es in den eigenen Wänden jedoch nicht mehr möglich, alleine zu leben, gibt es zudem die Option des betreuten Wohnens in einem Seniorenheim. Weitere Informationen zu alternativen Wohnformen im Alter gibt es auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums.

Titelbild: © DisobeyArt/stockAdobe.com

3 Kommentare

  1. Guten Tag. Sie haben tolle Artikel im Ihrem Magazin. Warum aber sprechen Sie nur Vermittler an? Solche tollen Beiträge wären doch wundervoller Content für unsere Kunden? Oder gibt es ähnliche Links und Beiträge die ich auf meinen Social Media Kanälen verwenden könnte?
    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Bärbel Amels
    GenerationenBeratung

    • Liebe Frau Amels, es freut uns, dass unser Beitrag von Ihnen so gutes Feedback erhalten hat. Zu Ihrer Frage: Wir schreiben (fast) ausschließlich nur B2B-Beiträge, weshalb wir als Leser hauptsächlich Vermittler ansprechen. Aber selbstverständlich dürfen Sie unsere Beiträge auf Ihren Social Media Kanälen verlinken. Liebe Grüße, Brigitte Mellert

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