Risikogruppe Alleinerziehende: Absicherung lückenhaft, Beratung lückenhaft?

Alleinerziehende sind stark unterversichert, wie eine neue Studie zeigt.
Alleinerziehende

Alle fünf Jahre befragt das Statistische Bundesamt etwa 60.000 deutsche Haushalte. Inhalt der sogenannten Einkommens- und Verbraucherstichprobe: Die finanzielle Situation der Befragten und ihr Konsumverhalten. Auch Teil der Befragung: Die Versicherungssituation. Aus der aktuellen Erhebung gehen einige alarmierende Erkenntnisse hervor. Stichwort existenzielle Risiken.

Ein Trend zeichnet sich ab

In Sachen Haftpflichtversicherung besteht zwar Nachholbedarf in einigen Haushalten. Insgesamt kommen die befragten Haushalte aber auf eine Versicherungsdichte von über 80 Prozent. Kleinere Defizite haben insbesondere Singles und Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Denn sie liegen mit 73 Prozent und 77 Prozent leicht unter dem Schnitt.

Mut zur Lücke?

Bei der Hausratversicherung ist der Trend deutlicher. Während Singles und Alleinerziehende nur 67, respektive 65 Prozent Versicherungsdichte aufweisen, liegt der Schnitt bei 75 Prozent. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei den Alleinerziehenden noch weniger verbreitet. Nur 21 Prozent der Haushalte in dieser Gruppe verfügen über eine BU-Absicherung. Damit liegen sie allerdings nicht weit unter dem Durchschnitt von 25,6 Prozent. Paare mit Kindern wiederum liegen deutlich über dem Schnitt, mit circa 38 Prozent Versicherungsdichte.

Todesfallabsicherung ist Mangelware

Und als würden diese Zahlen für die Beratung nicht bereits genug Impulse liefern, sieht es in Sachen Todesfall-Absicherung noch düsterer aus. Im Schnitt verfügen nur 17 Prozent der Haushalte über eine Risikolebensversicherung. Paare mit Kindern hingegen erreichen mit 43 Prozent den Spitzenwert in dieser Auswirkung. Alleinerziehende wiederum kommen nur auf eine Versicherungsdichte von 15 Prozent. Und das, obwohl die Kinder im schlimmsten Fall komplett allein da stehen, wenn der Elternteil verstirbt. Der Tiefpunkt des Unterversicherungs-Trends. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, dürfte jedem Absicherungs-Spezialisten klar sein. Vermittler sind hier auch als Aufklärer gefragt. Und müssen sich vielleicht auch die Frage gefallen lassen, ob sie diese Zielgruppe vernachlässigen.

Eine persönliche Erfahrung reicher

Eine kritische Notlage entsteht schnell und die Absicherung ist insbesondere für den Nachwuchs wichtig. Das bestätigt auch die alleinerziehende Mutter Nathalie, die wir im August auf dem Blog interviewt haben. Deswegen hat sie folgende Lehre aus einem schweren Unfall gezogen:

„Das hat mir auf hartem Wege gezeigt, dass der Kleine relativ alleine da steht und dass es auch große Probleme für meine nahen Angehörigen gibt, sollte mir etwas zustoßen. Das habe ich zum Anlass genommen, meine Angelegenheiten zu regeln.“

Wie Vermittler verschiedenste Familien gezielt ansprechen können, um das wichtige Thema Todesfallabsicherung zu fördern, zeigen wir hier auf dem Blog. Und zu der gesamten Auswertung des Bundesamts für Statistik kommt Ihr hier.

Titelbild: ©hetmanstock2/fotolia.com

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