Weltraumbestattung im Trend: „Beam mich hoch, Scotty!”

Weltraumbestattung ist die ungewöhnlichste Bestattungsart. Wir blicken hinter den Trend.
Weltraumbestattung

Der Weltraum: Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2019. Dies ist die Geschichte von einer der wohl ungewöhnlichsten Bestattungsarten überhaupt: Der Weltraumbestattung. Die wahr gewordene Traumruhestätte von Trekkies und Star Wars-Fans gleichermaßen klingt beinahe zu „abgespaced“, um wahr zu sein. Doch es gibt sie.

Die Ursprünge

Und das schon seit den 1990er Jahren. Denn die erste dokumentierte Weltraumbestattung wurde 1997 mit einer Pegasus XL Trägerrakete im Auftrag des US-Unternehmens Celestis durchgeführt. Sie startete von Gran Canaria aus in All und hatte 24 Miniurnen an Bord. Geladen: Hauptsächlich Prominente. Darunter der Star Trek Schöpfer Gene Roddenberry, die Raumfahrtpioniere Krafft Ehricke und Gerard O`Neil, ebenso wie Timothy Leary, dem „Guru der Hippie-Bewegung“.

Auch der Kanadier James Doohan, der in Star Trek „Scotty“ verkörperte, wollte sich im All bestatten lassen. Unglücklicherweise stürzte die Trägerrakete 2008 ab und seine Urne versank gemeinsam mit seinen 208 „Mitpassagieren“ im Pazifik. Die Urnen konnten aber geborgen und 2012 erfolgreich ins Weltall geschickt werden.

Weltraumbestattung heute

Anbieter wie Celestis haben heutzutage folgendes Angebot für ihre Kunden: Die Kunden können zwischen drei Arten der Weltraumbestattung wählen. Die günstigste Variante ist die „Beisetzung“ in der Erdumlaufbahn, wo die Urne verglüht. Wer ins Weltall geschossen werden möchte, muss schon etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Auch möglich: Die Urne auf der Mondoberfläche platzieren. Das hat bisher nur der AstroAllerdings wird nur ein kleiner Teil der Asche tatsächlich in einer Kapsel in den Weltraum geschickt. Der Rest der Asche muss in einer konventionellen Bestattungsform beigesetzt werden.

Der Behälter mit den Aschekapseln ist häufig „Beifracht“ von Raketen, die beispielsweise Satelliten ins All tragen. Im All angekommen, öffnen sich die Behälter und entlassen die Einzelkapseln mit der Asche in „die unendlichen Weiten“.

Astronomische Kosten

Weltraumbestattungen sind kostspielig. Laut dem Berliner Startup mymoria kostet diese spektakuläre Bestattungsform zwischen 11.000 und 25.000 Euro. Das liegt unter anderem daran, dass eine Weltraumbestattung nicht in Deutschland vorgenommen werden kann. Stattdessen senden die spezialisierten Unternehmen die Raketen beispielsweise aus den USA oder Osteuropa ins All.

Ein Nachteil

Für viele Science-Fiction-Fans und Weltraumfanatiker ist die Vorstellung, im All beigesetzt zu werden, sicherlich faszinierend. Und sie hat bei allen Kosten auch klare Vorteile: Es ist keine Grabpflege nötig und die Ruhezeit ist unbefristet. Außerdem gibt es keine passendere Möglichkeit, um einen Verstorbenen beizusetzen, der sein Leben dem Weltraum gewidmet hat. Ein großes Manko hat diese Form jedoch: Es gibt ohne Grabstelle keinen konkreten Ort der Trauer. Unter Umständen belastend für die Hinterbliebenen. Für wen dieser Umstand und der finanzielle Aspekt kein Hindernis sind, der sollte sich trotzdem umfassend informieren. Denn diese Bestattung ist komplex und erfordert einiges an Planung. Und bis dahin: Live long and prosper.

Titelbild: ©Andrey Armyagov/fotolia.com

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