Risikojob Virenforscher: Das Tagesgeschäft im Hochsicherheitslabor

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Kaum einer Berufsgruppe wird momentan so viel Aufmerksamkeit zu Teil wie den Virenforschern. Virologie, so heißt der wissenschaftliche Fachbereich an der Schnittstelle zwischen Biologie und Medizin, der sich mit den kleinen organischen Strukturen beschäftigt, die aktuell die Welt in Atem halten. Aber auch andere Forschungsrichtungen, etwa die Mikrobiologie oder Infektiologie, arbeiten mit und zu Viren. In der Regel tun die Forscher das hinter verschlossenen Türen. Und zwar aus gutem Grund. Denn die Arbeit an hochpathogenen, also stark krankmachenden und tödlichen Erregern, ist gefährlich. Bei den teils erschreckenden Gewaltfantasien, mit denen sich Virenforscher heute konfrontiert sehen, gerät die Gefahr der eigentlichen Arbeit etwas in der Hintergrund.

Die Insel der Virenforscher

Aber zu Unrecht. Denn Ebola, Marburg und Co haben es in sich. Deshalb arbeiten die Virenforscher in speziellen Laboren. Beispielsweise auf der Ostseeinsel Riems vor der Küste von Greifswald. Dort hat das Friedrich-Löffler Institut seinen Sitz. Die Forschungseinrichtung beherbergt ein so genanntes BSL-4-Labor, eines von insgesamt nur vier in Deutschland. Weltweit gibt es nicht einmal 40 dieser Hochsicherheitslabore. In Riems forschen die Wissenschaftler unter anderem am Ebola-Virus, dass in Westafrika zwischen 2014 und 2016 tausende Menschenleben kostete. Deshalb sind die Sicherheitsvorkehrungen dort, wie in den anderen BSL-4-Laboratorien auch, immens hoch.

Alles unter Kontrolle?

Die Zugangsschleuse zum Bereich S4 verbirgt sich hinter einer dicken Stahltür, die nur über den Sicherheitsbereich S3 zugänglich ist. Damit liegt der Bereich wie eine weitere Schutzwand um den Hochsicherheitstrakt. Das nennt sich „box in box“ System. Betreten dürfen die Mitarbeiter die Labore nur in speziellen Vollschutzanzügen mit eigener, gefilterter Luftzufuhr. Darüber hinaus wird der Anzug durchgängig über Raumdruck aufgepumpt. So ist sichergestellt, dass auch bei einem Loch im Anzug kein Erreger eindringen kann. Dazu herrscht im Gebäude ein konstanter Unterdruck. So gelangt keine Luft von sich aus nach draußen, auch wenn sich irgendwo eine Öffnung ergeben sollte. Alle wichtigen technischen Teile der Gebäude, wie Luftfilter und Co., sind doppelt angelegt. Und so vor Ausfall geschützt. Außerdem werden alle Geräte rund um die Uhr überwacht.

Kein Entkommen

Und auch das, was das Gebäude verlässt, wird kontrolliert. So wird die Zu- und Abluft doppelt gefiltert. Das Abwasser fließt in große Tanks, die sich unterhalb des Labors befinden, und von dort aus in die institutseigene Kläranlage. Weiterhin sind die Forscher im Labor sind niemals allein. Sie haben einen Mann im Ohr, der sich außerhalb des Hochsicherheitsbereichs befindet und mit dem sie in ständigem Funkkontakt stehen. Im Notfall assistiert der Kollege aus dem sicheren Bereich. Hat der Virenforscher seine Arbeit im Labor beendet, folgt eine gründliche Desinfektion in der Chemiedusche. Erst danach darf er den Anzug öffnen und ausziehen. Und den Hochsicherheitsbereich über die Schleuse verlassen.

Auf Nummer sicher gehen

Kein einfacher Job, den sich die Virologinnen, Mikrobiologen und Kollegen ausgesucht haben. Und schon gar nicht ungefährlich. Immerhin ist die Sicherheit der ganzen Menschheit ihr Geschäft. Das tägliche Risiko im Job rückt die Bedeutung der Absicherung der Familie in den Fokus. Etwa über eine Risikolebensversicherung. Die DELA führt für jeden Kunden eine individuelle Risikoprüfung durch. Weitere Informationen dazu finden Vermittler auf der Webseite und in den Webinaren der DELA.

Titelbild: ©Gorodenkoff/ stock.adobe.com

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