Geburtstag mal anders: Wenn Gesundheit das größte Geschenk ist

Zwillinge im Interview über Geburtstag trotz Corona
Zwillinge

Geschwister fühlen sich einander verbunden. Das gilt umso mehr für Zwillinge. Auch für Jessica und Julia Fehn. Die beiden Hamburgerinnen feiern jedes Jahr, seit 27 Jahren, ihren Geburtstag gemeinsam und verbringen diesen Tag zusammen. Und dass, obwohl Jessica mittlerweile aus der gemeinsamen Heimat Hamburg nach Düsseldorf gezogen ist. Auch für dieses Jahr hatten sie einiges geplant. Bis Corona kam. Wir sprechen mit den beiden über ihre besondere Beziehung und eine etwas andere Geburtstagsfeier. Und darüber, was sie für positive Erkenntnisse aus einer vermeintlich negativen Erfahrung ziehen konnten. 

Redaktion: Ihr seid Zwillinge mit einer sehr engen Bindung. Wie äußert sich das bei Euch?

Jessica: Es gibt nahezu nichts, was eine von uns nicht über die andere weiß. Wir hören täglich voneinander und tauschen uns aus, und gleichzeitig verstehen wir uns ohne viele Worte. Zum Beispiel passiert es uns oft, dass wir – unabhängig davon, wie weit wir voneinander entfernt sind – dasselbe denken. Es kam schon vor, dass wir in zwei Filialen derselben Modekette waren und uns einander Fotos vom selben Kleidungsstück schickten, das wir gerade anprobieren wollten. Zwillinge zu sein, ist ein Riesengeschenk, für das wir sehr dankbar sind.

Julia: Da kann ich nur zustimmen und das geht bei den Gefühlen weiter. Wenn es Jessica schlecht geht, geht es mir auch nicht gut. Wir fühlen einfach das gleiche. Manchmal teilen wir sogar Schlaflosigkeit.

Redaktion: Julia, Du hast dich mit Corona angesteckt. Wie verlief die Krankheit bei Dir? Und wie hast Du sie bemerkt?

Julia: Wie viele dachte ich, dass ich Corona nicht kriegen würde. Es war einfach dieses große Thema, das aber immer so weit weg war. Ich habe darauf geachtet, die Abstandsregeln einzuhalten und immer die Hände zu desinfizieren. Die Krankheit hat sich anfangs relativ schleichend bemerkbar gemacht. Angefangen hat alles mit Erkältungssymptomen, Kopfschmerzen, Schwindel und ein Gefühl von Schlappheit. Zu dieser Zeit konnten die Symptome noch nicht eindeutig dem Coronavirus zugeordnet werden.

Julia und Jessica gemeinsam im Urlaub.

Als dann der Geschmacks- und Geruchsverlust hinzu kam, wurde ich nervös. Daraufhin habe ich versucht, einen Test anzufordern. das war zu dem Zeitpunkt leider sehr kompliziert. Es hat anderthalb Wochen gedauert bis ich die Corona-Diagnose hatte. Das war schon ein Schock für mich. Und dann ging es auch schon mit der Quarantäne und den Maßnahmen des Gesundheitsamts los. Zum Beispiel musste ich eine Liste mit Personen erstellen, mit denen ich bis 14 Tage vor der Diagnose Kontakt hatte. Diese mussten sich – genau wie ich – in häusliche Quarantäne begeben.

Redaktion: Jessica, wann hast Du davon erfahren, dass Julia sich infiziert hatte und Euer Geburtstag dieses Jahr ein wenig anders ausfallen würde? Und was ging in dem Moment in Dir vor?

Jessica: Ich habe es sofort erfahren und war natürlich besorgt. Wie Julia sagte: Man rechnet nicht damit, dass es im eigenen Umfeld passiert und plötzlich hatten wir es mitten in der Familie. Mir ging es in erster Linie um meine Schwester und ihren gesundheitlichen Zustand und weniger um den Geburtstag. Darüber habe ich mir erstmal keine Gedanken gemacht. Wichtiger war, dass Julia das Virus gut übersteht. Wir haben auch großen Wert darauf gelegt, dass sich unsere Eltern nicht anstecken. Da mussten wir eine Alternative finden, um den Geburtstag gemeinsam zu verbringen.

Redaktion: Und die habt Ihr gefunden. Wie sah diese Alternative aus?

Jessica: Wir verbringen unseren Geburtstag seit 27 Jahren gemeinsam und versuchen jedes Mal, etwas Besonderes daraus zu machen. Hier müssen wir den digitalen Medien danken, dass es nun trotz Coronavirus funktioniert hat. Durch Facetime und Telefon haben wir uns dennoch sehr verbunden gefühlt und konnten den Tag auf andere Art und Weise gemeinsam genießen.

Julia: Durch diese Entschleunigung konnten wir den Geburtstag wirklich anders genießen. Ich konnte jeden Anruf annehmen, jeden Video-Call beantworten. Päckchen aufmachen und dabei für die Versender ein Video aufnehmen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einen Geburtstag mal wirklich auf der Couch verbringe und trotzdem so viel Spaß dabei habe.

Redaktion: Gibt es etwas, das Ihr aus dieser Zeit mitnehmt, das Euch vielleicht vorher noch nicht bewusst war und jetzt erst klar geworden ist?

Jessica: Vor allem sind wir dankbar, dass wir trotzdem irgendwie „zusammen“ sein konnten, obwohl die Distanz uns dieses Jahr getrennt hat. Wir haben heutzutage wirklich tolle Möglichkeiten.

Julia: Die Gesundheit ist einfach der wichtigste Faktor. Wir waren ja nur in dieser Situation, damit wir uns gegenseitig schützen. Manchmal ist auch das Abstandhalten ein Zeichen der gegenseitigen Fürsorge. Denn die Gesundheit steht an erster Stelle – und man kann sich trotzdem nah sein.

Redaktion: Vielen lieben Dank für diesen Einblick in Euer Privatleben und Eure Gefühlswelt!

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Bilder: ©Jessica Fehn & Julia Fehn

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