Das steckt hinter Pfingsten: Über Fruchtbarkeit und den Heiligen Geist

Pfingsten
typical bavarian maypole in front of blue sky

Zwei Wochen Ferien – wenn das kein Grund ist, sich zu freuen! Pfingsten ist vor allem für Schüler eine sehr beliebte Zeit. Doch auch die Erwachsenen gehen nicht leer aus, denn der Pfingstmontag gilt in Deutschland als bundesweiter Feiertag. Ebenso in Österreich, Teilen der Schweiz, in Belgien, Ungarn und Luxemburg. Doch was feiern wir eigentlich an Pfingsten?

Das steckt hinter Pfingsten

49 Tage nach Ostern, genau genommen nach dem Ostersonntag, feiern die Christen alljährlich das Pfingstfest. Die Wortherkunft stammt dabei aus Griechenland. Dort steht der griechische Begriff „Pentekoste“ für die Zahl fünfzig. Gläubige feiern an diesem Tag die Entsendung des Heiligen Geistes und den Geburtstag der Kirche. Der Apostelgeschichte zufolge wurden die Jünger Jesu am Pfingstsonntag vom Heiligen Geist erhellt und erhielten an diesem Tag den Auftrag Christi, das Evangelium zu verbreiten.

Das Pfingstwunder

Dem Neuen Testament nach ergriff der Heilige Geist, also die Gegenwart Gottes, die Apostel beim Pfingstwunder, weshalb sie plötzlich mehrere ihnen unbekannte Sprachen sprechen konnten. Mit dieser Gabe konnten sie das Evangelium dann auch in aller Welt verbreiten. Angeblich ließen sich daraufhin rund 3.000 Menschen taufen.
Das Wunder, eine Sprache zu reden, die einem selbst unverständlich erscheint, andere jedoch als ihre Muttersprache verstehen, nennt man auf griechisch Xenoglossie.

Glaubt man dem Alten Testament, so klingt die Geschichte etwas anders. Demnach schickte Gott eine große Sprachverwirrung, die diejenigen traf, die sich von ihm abwandten. Als ihnen die Apostel aber das Evangelium verkündeten, konnten die Zuhörer es verstehen, obwohl sie jeweils in verschiedenen Sprachen kommunizierten. Das stellte den Bund zwischen Gott und den Menschen wieder her.

Das Pfingstwunder entwickelte die Einheit der Gläubigen und begründet somit die Kirche.

Doppelt hält besser: Pfingstsonntag und Pfingstmontag

Hier sind sich Kirche und Gesetz einig: Der Pfingstmontag ist ein Feiertag, für Schüler als auch für Arbeitende. Warum das so ist, hinterfragen die meisten nicht.
Feiertage wie der Ostermontag oder der zweite Weihnachtsfeiertag hängen mit Märtyrern oder Jüngern zusammen. Das ist beim Pfingstmontag nicht der Fall. Um genau zu sein, ist der Pfingstmontag sogar nur eine Verlängerung des Pfingstsonntags. Und da feiern wir das Wirken des Geistes Gottes in der Kirche.
Dass die Deutschen ein Fest auf einen zweiten Tag ausweiten, ist nichts Ungewöhnliches. Damit betont die Kirche die Wichtigkeit der christlichen Feste. Weitere Feiertage, die sich über zwei Tage erstrecken, sind zum Beispiel auch Ostersonntag und Ostermontag, der erste und zweite Weihnachtsfeiertag und eben Pfingstsonntag und Pfingstmontag.

Unter vielen Gläubigen wird der Pfingstmontag als Tag der Ökumene dargestellt. Deshalb feiern Katholiken und Protestanten oft auch gemeinsam den Gottesdienst.

Andere (Bundes-)Länder, andere Sitten: Bräuche rund um Pfingsten

Pfingstbräuche drehen sich vielerorts um die Liebe, die Heirat, oder gar die Fruchtbarkeit, auch wenn diese Traditionen meist mit einem Augenzwinkern gemeint sind.

  1. Der Pfingstbaum

In den einen Regionen ist es der Maibaum, in anderen der Pfingstbaum. Wo im Süden Deutschlands ein hoher Baumstamm mit abgesägten Ästen und feierlichem Schmuck in der Mitte des Dorfes emporragt, gibt es anderorts den Pfingstbaum. Der wiederum ist der Tradition nach eine frisch geschlagene junge Birke. Junge Männer stellen ihn dann einen Abend vor Pfingstsonntag vor die Häuser von unverheirateten Mädchen.

Der kleine Mai- oder Pfingstbaum vor der Haustür gilt als Symbol für viele Jungverliebte.

  1. Für mehr Fruchtbarkeit: Wasser aus dem Brunnen

In Thüringen beispielsweise gehörte es früher zum Brauch, dass junge Mädchen Wasser aus einem Brunnen holen mussten, ohne dabei zu sprechen. Das sollte Segen bringen und die Fruchtbarkeit steigern.

  1. Mit Pfingstsingen Gaben erbitten

Im Bergischen Land dagegen geht es beim so genannten „Pfingstsingen“ darum, Gaben zu erbitten. Es wird auch Eiersingen genannt, da sich die Sänger meist Eier und Speck ersingen. Ursprünglich sangen Männer jedoch für Frauen im heiratsfähigen Alter.

Andere Bräuche: Vom Pfingstfeuer bis zu Laubmännern

Der Eine oder Andere findet diese Tradition vielleicht sogar noch in seiner Region vor: das Pfingstfeuer. Das Feuer soll die Gläubigen reinigen und ihnen Erleuchtung schenken und dient als Symbol des Heiligen Geistes. Außerdem wurden mit dem Pfingstfeuer der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt.

Je nach Region wird mancherorts der Frühling auch mit verschiedenen Kostümen begrüßt. In manchen Dörfer ziehen junge Männer dann kostümiert durch die Ortschaft und heißen so den Frühling willkommen. Namen für diese Bräuche oder kostümierten Personen sind Pfingstbutzen, Pfingstblüttler, Pfingstlümmel oder der Laubmann.

Wer sich für die Bräuche rund um den Palmsonntag interessiert, findet die Hintergründe dazu hier: Palmsonntag: Handelt es sich um einen gesetzlichen Feiertag?

Der Pfingstsonntag findet dieses Jahr am 23. Mai statt, Pfingstmontag am darauf folgenden Tag. Wir wünschen allen schöne Pfingsten und gesunde, erholsame Feiertage.

Titelbild: © fottoo/stock.adobe.com

Hinterlassen Sie eine Antwort

Bitte tragen Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein