Palmsonntag: Handelt es sich um einen gesetzlichen Feiertag?

Palmsonntag

Jeden letzten Sonntag im März feiern katholische Christen Palmsonntag. Er ist zugleich der letzte Sonntag der Fastenzeit – und er leitet mit der Karwoche Ostern ein. Doch handelt es sich um einen gesetzlichen Feiertag? Und was hat dieser mit einer Palme zu tun? Wir erklären den Hintergrund.

Nicht nur stellt der Palmsonntag für Fastende ein wichtiges Zeichen im Kalender dar: Bald ist Ostern und das Schlemmen ist wieder erlaubt. Die Ostereiersuche kann beginnen. Darüber hinaus wird am Palmsonntag prächtig gefeiert. Christen ziehen in Prozessionen, wie im Video über das österreichische Längenfeld, durch ihren Ort.

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Doch worum geht es an diesem Tag überhaupt? Christen gedenken am Palmsonntag dem Einzug Jesu und seiner Jünger in Jerusalem. Die Einwohner der Stadt legten ihnen den Weg mit Palmblättern aus – so besagt es zumindest der Glaube. Auf diese Weise ist der letzte Sonntag im März auch zu seinem heutigen Namen gekommen. Gläubige erinnern an diesem Tag mit Prozessionen an den Einzug in Jerusalem.

Palmsonntag gibt es seit dem Frühmittelalter

Das katholische Fest wird in Europa bereits seit dem 8. Jahrhundert gefeiert. Der  Palmzweig dient als Symbol für Heil und Segen, weshalb Gläubige Palmwedel zur Weihe in die Kirche bringen. In Deutschland greifen sie jedoch auf andere Baumarten zurück: Meist halten sie Buchsbaum oder Weidenkätzchen während der Prozession in den Händen.

Nach der Messe nehmen sie die Zweige mit nach Hause und befestigen sie hinter dem Kruzifix. So soll er dem katholischen Glauben nach das Haus schützen.

Daneben gibt es noch weitere Bräuche, die an diesem Tag gefeiert werden. Beispielsweise sind das Palmtragen, der Palmesel und die Karfreitagsratschen üblich.

Es wird laut: Von Palmeseln und hölzernem Ratschen

Palmtragen: Wie der Name bereits andeutet, besteht das Palmtragen darin, möglichst viele Palmbuschen auf einer Stange zur Kirche zu bringen. Dort erhalten sie einen Segen, bevor die Gläubigen sie zu den Häusern zurücktragen. Anschließend stecken Christen die Palmbuschen entweder auf das Feld, kleinere Palmbuschen in die Häuser im sogenannten Herrgottswinkel oder auf die Gräber der Familien.

Die Art und Weise, wie die Buschen gefertigt werden, wird über Generationen hinweg weitergegeben. Dabei binden die Gläubigen die Weidenzweige mit Buchs, Stechpalme, Wacholder und Mistel zu Büscheln und verzieren sie mit weiß-blauen Bändern. Für die Buschen, die am Kreuz in der Wohnung oder im sogenannten Herrgottswinkel Platz finden, bekommen Kinder Geld oder Süßes.

Palmesel: Ein hölzerner Esel auf einem Rädergestell wird bei der Prozession am Palmsonntag von einem Ministranten gezogen. Erinnern soll der Brauch an den Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem. Nach der Feierlichkeit verschwindet das hölzerne Tier jedoch für ein Jahr wieder im Speicher der Kirche. Aber auch im übertragenen Sinne gibt es einen Palmesel an diesem Tag. Ein menschlicher Esel sozusagen, der sich so gar nicht über seinen Titel freuen wird. Es ist derjenige, der am Palmsonntag als letztes aufgestanden ist.

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Karfreitagsratschen: Weniger mit dem bayerischen Ausdruck ‘ratschen’ als mit einem lauten Holzinstrument haben Gläubige es hiermit zu tun. Karfreitagsratschen sind spezielle Geräuschinstrumente aus Holz, die einen lauten und durchdringenden – einen ratschenden – oder klappernden Klang von sich geben. Warum der Lärm an einem Feiertag? Grund ist der Karfreitag, der auch als stiller Freitag bezeichnet wird. In Erinnerung an den Leidensweg Christi verstummen die Kirchenglocken bis zum Ostersonntag. Um die Menschen in der verbleibenden Zeit auf die Messe aufmerksam zu machen, wurde das Karfreitagsratschen eingeführt.

Der Palmsonntag, ein Jahrhunderte alter Brauch – dabei muss es sich doch eigentlich um einen gesetzlichen Feiertag handeln? Nein. Obwohl weltweit Christen den Palmsonntag feiern, handelt es sich nicht um einen gesetzlichen Feiertag.

Titelbild: © Choat/stockAdobe.com

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