Dia de los Muertos: Der Tag der Toten als buntes Fest

Dia de los Muertos

Día de Muertos, zu deutsch, Tag der Toten, ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage. Traditionell wird dieser am 2. November begangen, um den Verstorbenen zu gedenken. Wir werfen einen Blick hinter die Totenmasken.

Feierlichkeiten von Mexiko über den gesamten Kontinent

Nicht nur kalendarisch ist der Dia de los Muertos das Äquivalent zum deutschen Allerheiligen. Die Mexikaner glaubend daran, dass all ihre Verstorbenen an diesem einen Tag die Lebenden besuchen. Ursprünglich feierten den Tag die Azteken, Tolteken, die Nahua und andere mexikanische Völker, die das Betrauern ihrer Toten als respektlos empfanden. Heute feiert den Tag laut National Geographic inzwischen ganz Lateinamerika. Der Tag ist so tief in der Kultur verankert, dass er ihn die UNESCO 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufnahm. Zelebriert wird der Tag mit fröhlichen Farben sowie bunten Blumen. Typisch sind dabei außerdem die bunten Calaveras (Schädel) und Calacas (Skelette). Die Menschen trauern nicht, sondern sind glücklich.

Wenn Hollywood die Azteken inspiriert

Festwägen, bunte Kostüme, Spitzenkleider und schauriges Make-Up unter großen Hüten. Hinter dem, was aussieht wie eine Halloweenparade, verbirgt sich eine Jahrtausende alte Tradition: Der Dia de los Muertos. Die Parade an sich haben sich die Mexikaner allerdings beim James Bond Film „Spectre“ abgeschaut. Dessen Eröffnungsszene zeigt das bunte Treiben in Mexiko Stadt. Eine Erfindung der Drehbuchautoren. Mittlerweile veranstaltet die Parade das Tourismusministerium. Originalrequisiten aus dem Film, wie beispielsweise überdimensionale Skelette, werden hierfür allerdings wiederverwendet. Ein Symbol, dass bereits zuvor für den Tag der Toten stand: die La Catrina. Eine schöne Frau, deren blumenverzierten Skelettschädel sich viele Frauen an diesem besonderen Feiertag als Verkleidung in das Gesicht schminken. Ursprünglich eine Karikatur der reichen Oberschicht, ist die Catrina für die Mexikaner heute der Tod in seiner schönsten Form.

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Nicht nur modern, sondern vor allem traditionell

So bunt und freudig die Lateinamerikaner den Tag der Toten auch begehen, im Kern geht es um die Verstorbenen. Heutzutage sind die Feierlichkeiten zum Día de los Muertos eine Mischung aus prä-hispanischen religiösen Riten sowie christlichen Festen. Die Feierlichkeiten dauern bis zum 2. November über drei Tage hinweg an. Parallel entspricht das ungefähr der Zeit der herbstlichen Maisernste. Der Hauptfeiertag, der 2. November, beginnt mit dem Schmücken des Altars, der Ofrenda. Einem kleinen Schrein, den Angehörige in ihrem Zuhause den Verstorbenen widmen. Die traditionellen Opfergaben aus Früchten und Getränken symbolisieren hier die vier Elemente: Wasser, Erde, Luft und Feuer. Sie sollen Hunger und Durst nach der langen Reise der Wiederkehr stillen. Als wichtigste Gäste der Festtagstafel, erhalten sie auch von jedem Gericht den ersten Teller. Meist das Lieblingsgericht des Verstorbenen. Einmal jährlich kann so zumindest im Geiste die ganze Familie nochmal gemeinsam feiern.

Ofrenda am Dia de los Muertos

 

 

 

 

 

Titelbild: © Oleg Znamenskiy/stock.adobe.com, Beitragsbild: © AGCuesta/stock.adobe.com

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