Feedback-Gespräche mit Mitarbeitern: Sinnvoll oder Zeitverschwendung?

Feedback Gespraeche

D er Jahresanfang ist in vielen Unternehmen dabei auch ein guter Zeitpunkt, um gemeinsam mit den Mitarbeitern zurück zu blicken. Und zwar in einem Feedback-Gespräch. Doch warum sollten Unternehmer eigentlich Feedback-Gespräche führen? Und wie sieht es dann mit den Inhalten dieses Gesprächs aus? Wir zeigen, warum Feedback so wichtig ist und geben Tipps, wie das Feedback-Gespräch für beide Parteien konstruktiv und reflektiert ablaufen kann.

Fremdwahrnehmung vs. Selbsteinschätzung

Jeder kennt es: Das eigene Bild und die Wahrnehmung von anderen Personen können sich deutlich unterscheiden. Während sich bei dem eigenen Arbeitsablauf oftmals Routinen in den Alltag zwängen und so die eigenen Aufgaben dadurch nur wenig hinterfragt werden, können sich Fehlentwicklungen und unerwünschte Verhaltensweisen einschleichen. Und das sowohl auf Seiten des Arbeitgebers als auch Arbeitnehmers. Genau deshalb ist gegenseitiges Feedback wichtig.

Feedback kann dabei sowohl unter Kollegen als auch zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten gegeben werden. Beides hat seine Berechtigung. Denn während Feedback-Gespräche zwischen Kollegen vor allem das Team und das Miteinander betreffen, stehen im Arbeitgeber-Gespräch hauptsächlich die Unternehmensziele im Vordergrund. Wichtig: Feedback bedeutet nicht persönliche Kritik. Vielmehr geht es darum, die eigene Leistung zu reflektieren, gewohnte Abläufe zu identifizieren und die Arbeitsweise zu optimieren. Und das gemeinsam. Studien zeigen, dass sich 91 Prozent der Mitarbeiter regelmäßige Feedback-Gespräche wünschen und sich eine höhere Motivation versprechen, da erreichte Ziele und gute Leistungen gewürdigt werden. Damit lässt sich die Rolle des Feedbacks klar definieren: Sollen sich Mitarbeiter persönlich und beruflich weiterentwickeln und das Unternehmen weiter voranbringen, ist Feedback eine geeignete Methode dafür.

Drei Phasen eines Mitarbeiter-Gesprächs

Nicht nur Arbeitnehmer sind bei Feedbackgesprächen nervös. Schließlich geht es um die berufliche Anerkennung. Doch allzu oft enden solche Gespräche in Missmut auf beiden Seiten. Zu viel Kritik, zu wenig Lob und demotivierte Mitarbeiter sind die Folge. Wir haben ein paar Tipps für Vorgesetzte zusammengefasst, wie ein konstruktives und gelungenes Mitarbeitergespräch geführt werden kann um eine nachhaltig positive Wirkung zu erzielen. Am einfachsten orientieren sich Vorgesetzte dabei an dem klassischen Aufbau eines Mitarbeitergesprächs. Dies ist nach Xing Feedback, Zielsetzung und persönliche Entwicklung.

#Tipp 1: Feedback mit Lob und Kritik

Die erste Phase des Gesprächs beinhaltet das klassische Feedback – also Kritik UND Lob. Wichtig ist es, zwar Kritik an der Arbeit des Mitarbeiters zu äußern, das Lob jedoch nicht zu vergessen. Arbeitgeber sollten sich daher im Vorfeld Gedanken oder im besten Fall schriftliche Stichpunkte zu den Pros und Contras machen. Fällt Kritik an, sollten Vorgesetzte zudem Verbesserungen aufzeigen. Wie kann bei Projekten besser gehandelt werden oder wie kann in Zukunft ein Arbeitsprozess vonstatten gehen? Diese Fragen können dann mit dem Mitarbeiter gemeinsam erörtert werden. Zuletzt sollte diese Phase des Gesprächs mit Lob enden. Eine entgegengebrachte Wertschätzung für gute Leistungen motiviert.

#Tipp 2: Ziele definieren

Die zweite Phase des Feedback-Gesprächs sollte vor allem die Aufstellung gemeinsamer Ziele betreffen. In welche Richtung soll sich das Unternehmen entwickeln? Wie kann der Mitarbeiter dazu beitragen? Und wo sieht sich der Mitarbeiter in diesem Gefüge? All diese Fragen sollten geklärt und auch mittels konkreter Vorgaben wie beispielsweise wirtschaftlichen Zahlen definiert werden.

#Tipp 3: Perspektiven bieten

Nichts ist schlimmer als in einer beruflichen Sackgasse festzustecken. Deshalb ist es wichtig, Mitarbeitern Perspektiven zu bieten. Diese sind je nach Mitarbeiter unterschiedlich. Für die einen kann das eine Fortbildungsmaßnahme sein, andere wollen innerhalb der Firma aufsteigen oder sich beruflich neuen Aufgaben widmen. Vorgesetzte sollten hier besonders auf die persönlichen Wünsche eingehen und einen gemeinsamen Weg skizzieren. Das sorgt nicht nur für nachhaltige Loyalität, sondern trägt auch zur Stärkung der Mitarbeiterbindung bei.

Feedback über Feedback

Nicht nur Vorgesetzte sind in einem Feedback-Gespräch in der Rolle des Kritikers. Auch Mitarbeiter sollten ihre Kritik am Chef äußern dürfen. Der Grundsatz: Feedback auf Gegenseitigkeit. Vorgesetzte sollten also Mitarbeiter – insbesondere solche, die eher zurückhaltend sind – explizit auf Feedback für die Firma ansprechen. Gibt es Probleme im Team? Wie ist der Führungsstil des Vorgesetzten? Welche Verbesserungsvorschläge und Wünsche haben Mitarbeiter an den Chef? Mit der Beantwortung dieser Fragen bemerkt auch der Mitarbeiter, dass seine Meinung zum Unternehmen wichtig ist. Damit zeigen Chefs nicht nur eine menschliche und vor allem kritikfähige Seite, sondern schaffen auch ein Gespräch auf Augenhöhe – die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zum Mitarbeiter.

Titelbild: © Jacob Lund / stock.adobe.com

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