Euer Freund und Helfer: Diese InsurTechs unterstützen Makler

InsurTechs
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InsurTechs sind für viele Vermittler ein rotes Tuch. Auf der einen Seite verwundert das nicht. Einige der Start Ups haben sich mit „markigen“ Werbeslogans wie „Lass dich nicht von Maklern verarschen – Nimm deine Altersvorsorge selbst in die Hand“ (Vantik) viele Feinde gemacht. Oder direkt das Geschäftsmodell der Makler attackiert, wie es beispielsweise Clark und Knip versuch(t)en. Aber auf der anderen Seite gibt es auch InsurTechs, die explizit die Nähe zum Makler suchen. Und für freie Vermittler einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert bieten. Wir haben für Euch einen Blick auf mehrere InsurTechs geworden, die Makler kennen sollten.

Hinweis: Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf eine vollständige Darstellung der InsurTech Landschaft und zeigt nur einen Auszug.

„Makler stärken, nicht ersetzen“

So lautet der Slogan von mobilversichert, einem Münchner Start Up. An der Isar ist das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit von Vermittlern offenbar groß. Das 2014 gegründete Unternehmen hat es sich zum Ziel gemacht, „eine umfassende digitale Infrastruktur, die (Maklern) ihre Arbeit signifikant erleichtert und sie auf Augenhöhe mit neuen Online-Wettbewerbern bringt“, bereitzustellen, heißt es auf der Homepage. Dafür bietet das sogenannte „Brokertech“ mobilversichert unter anderem eine Cloud-basierte Plattform für Vermittler, eine App für Vermittler, eine App für Kunden, einen Vergleichsrechner und ein Kundenportal.

Herzstück ist das Vermittlerportal, mit dem Makler folgende Funktionen haben: Vollmachten einholen, Produktangebote versenden, Verträge abschließen, Email oder Chat integrieren, Vergleichsrechner und Analysetools einbauen, GDV Datenimport (je nach Paket automatisiert), Datenübernahme aus Versicherungs- und Poolportalen, und vieles mehr. Mit der korrespondierenden Kunden App haben Kunden den direkten Kanal zum Vermittler. Mobilversichert bietet ein Einsteigerpaket for free an. Die günstigste Bezahlvariante kostet monatlich 99 Euro (zzgl. MwSt.) und eine einmalige Einrichtungsgebühr von 599 Euro. Nach Angaben des Unternehmens nutzen rund 1.000 Makler aktuell das Angebot.

Marktplatz für Gewerbe-Aufträge

Ein weiteres Unternehmen, das sein Geschäftsmodell auf Makler ausgerichtet hat, ist BrokingX. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Plattform, auf der Vermittler Gewerbeversicherungen ausschreiben und kalkulieren können. Im Portal erhält der Vermittler einen detaillierten Vergleich der Angebote und kann direkt eine PDF mit der Angebotsliste für seinen Kunden und die Dokumentation herunterladen. Und den Antrag abschicken. Eine Testlizenz für zwei Ausschreibungen bietet BrokingX kostenlos an. Eine Jahreslizenz kostet 50 Euro monatlich (zzgl. Umsatzsteuer). Ein Konkurrent von BrokingX ist das Unternehmen bi:sure. Auch die Münsteraner bieten eine digitale Plattform für Angebote im Bereich Gewerbeversicherung für Makler an. Im Gegensatz zu BrokingX steht hier mit dem Maklerpool blau direkt ein bekannter Branchenakteur als Großinvestor im Hintergrund.

Nischenprodukte für Freelancer

Auch beim Kölner Start Up mailo dreht sich alles um Gewerbekunden. Allerdings mit dem spezifischen Fokus auf Freelancer, Selbstständige und Kleinunternehmen in dynamischen und digitalen Berufen. Etwa Blogger, Online-Händler oder Unternehmensberater. Und anders als die beiden vorherigen Unternehmen ist mailo selbst von der BaFin zugelassener Versicherer. Im aktuellen Produktportfolio befinden sich eine Vermögensschadenhaftplicht, eine Betriebshaftplicht und eine Inhaltsversicherung.

Mailo möchte aber nicht „bloßer Produktgeber“ sein, sondern begreift es auch als eigene Aufgabe, den Erfolg der Vertriebspartner, namentlich Makler, zu steigern. Insbesondere Maklern mit bisher wenig Erfahrung im Gewerbebereich möchte das Unternehmen den Markt mit öffnen. Dafür setzt das Unternehmen auf eine digitale Sofortabschlussstrecke und spezifische Beratungs- und Verkaufskonzepte. Spezialisierten Vermittlern bieten die Kölner individuelle Deckungskonzepte, auch als White-Label-Lösungen, an. Mailo bindet Vertriebspartner auch direkt an.

Schnelle Prozesse für Partner

Ein weiterer „Jung-Versicherer“, der ganz explizit auf den Maklermarkt setzt, ist Neodigital. Die Saarländer bieten allerdings Produkte für Privatkunden, Unfall, Privat- und Tierhalterhaftpflicht sowie Hausrat, an. Makler können für Neodigital entweder ihre Poolanbindung (Liste) nutzen oder sich direkt an den Versicherer anbinden. Dem Unternehmen zufolge profitieren Makler von der Anbindung an die meisten gängigen MVPs nach BiPRO-Standards und sehr kurzen Bearbeitungszeiten. Schadenfälle nähmen höchstens drei Tage in Anspruch, Antragsbearbeitungen sogar nur zwei Arbeitstage.

Für den Beratungsalltag

Das Berliner Start Up Flexperto liefert für die Versicherungs- und Finanzberatung eine komplette Lösung für die digitale Beratung. Mit dem Maklerportal können Vermittler auf diverse wichtige Funktionen der online Beratung zugreifen: Videoberatung, Co-Browsing, Terminvereinbarung, Dateienaustausch und E-Signatur. Ein wichtiger Vorteil für Vermittler und Kunde: Es ist keine Installation der Software notwendig. Eine dreißig-tägige Testversion ist verfügbar. Die Vollversion kostet monatlich 39 Euro.

Ja, es stimmt: Einige InsurTechs wollen den Maklern verbal und wirtschaftlich ans Leder. Dieser Überblick soll trotzdem zeigen, dass hier eine Menge Potenzial für Vermittler schlummert.

Titelbild: ©JKstock/fotolia.com ; Beitragsvideos: ©mobilversichert/YouTube, ©Flexperto/Vimeo

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