Jobs am Limit: Im Einsatz als Bergretter

Bergretter

Im Sommer wie im Winter. Sie sind als Retter in der Not ganzjährig zur Stelle. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie verhindern geschlossene Hotels zwar zunächst den großen Andrang. In die Berge zieht es die Menschen aber trotzdem. Wir zeigen die Risiken der Bergretter.

Jahr 2020: Zuwachs an Bergunfällen

Die Berge, ein Wunder der Natur. Ob im Sommer zum Wandern oder Klettern, oder im Winter für Skitouren oder Rodelausflüge, die Berge sind ein beliebter Ort für Erlebnishungrige. Dabei ist das schöne Ambiente der Berge nicht zu unterschätzen. Wer nicht aufpasst, ist schnell in den Gebirgen gefangen. Ob ein verstauchter Fuß der das weiterlaufen unmöglich macht oder ein gefährlicher Absturz eines Wegbegleiters, Bergretter müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit zum Einsatz bereit sein.

Besonders im vergangenen Jahr erlebte die Bergwacht Bayern einen starken Zuwachs an Unfällen. Zwischen dem 01. Mai und dem 31. Oktober 2020 verzeichneten sie mit 3482 Einsätzen einen Spitzenwert der Saison. Während die Einsätze zur Zeit des ersten Lockdowns zurückgingen, erreichten sie in den folgenden Sommermonaten einen Zuwachs von bis zu 23 Prozent gegenüber 2019. Die Unfälle ereigneten sich besonderes beim Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken sowie bei Waldarbeiten.

Die Bergretter: Spektakuläre Rettungseinsätze

Dass der Einsatz der Bergretter nicht nur spektakulär, sondern auch atemberaubend und emotional ist, beweist auch die von ZDF gedrehte Serie „Die Bergretter“. Markus Kofler, gespielt von Sebastian Ströbel, und sein Einsatz-Team gehen bei verschiedenen Rettungsaktionen stets an ihre Grenzen, um Menschen aus Notfallsituationen zu helfen.

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Sebastian Ströbel zu seiner Rolle der actionreichen Serie: „Stürze mag ich sehr gerne. Und auch die Wildwasser-Geschichten sind spektakulär. Wenn man sich in eine Klamm stürzt, sich das Wasser aufbauscht und die Strömung einen mitreißt. Da geht schon ordentlich Adrenalin. Aber auch jedes Mal am Heli am Tau zu hängen ist phänomenal.”

Wer einen Blick in die Serie wirft, wird feststellen, dass nicht nur die spannenden Einsätze der Heimatserie einem den Atem rauben. Sie liefert auch faszinierende Bilder der Bergwelt und zeigt die Ästhetik der Landschaften um die Einsätze herum.

Bergrettung: Vom Wanderer bis hin zum Gleitschirmflieger

Auch wenn die Realität nicht ganz so dramatisch aussieht wie in der Serie dargestellt, ist der Job des Bergretters trotzdem lebensgefährlich. Denn genau wie die Rettung von Menschen mit verstauchten Knöchel, so gehört auch die riskante Suche nach Lawinenopfern oder die Bergung von Toten zu ihrem Job, berichtet Heribert Eisl, Chef der Ramsauer Bergrettung.
Die Bandbreite der Einsätze der Bergwacht sei dabei enorm hoch.

„Nicht die vermeintlich spektakulären Sportarten wie Gleitschirmfliegen oder Klettern sorgen für die meisten Bergrettungseinsätze, sondern genau die – ebenso vermeintlich – leichten Aktivitäten wie Wandern, Bergsteigen oder Radeln.“ Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern

Zuletzt müsse aber auch klar sein, dass immer und überall etwas passieren kann, so Ampenberger. Und das auch den Einsatzkräften der Bergwacht. Denn sie setzen bei vielen Einsätzen ihr Leben aufs Spiel um Vermisste, Sturz- oder Lawinenopfer zu suchen und zu bergen. Aus diesem Grund sollen Berginteressierte verantwortungsbewusst mit dem Sport umgehen.

Die Notrufnummer der Bergrettung lautet in Österreich 140, in der Schweiz 144, in Italien 118 – den europaweiten Notruf, welcher auch für Deutschland gilt, tätigt man unter 112.

Freizeit gestalten: Leben retten, wenn andere aufgeben

„Mehr sein als nur Bergsteiger? Leben retten und Gemeinschaft leben? Auf Skiern zu Hause und im Fels daheim?“

Mit diesen Worten ruft die Bergwacht Bayern dazu auf, Bergretter zu finden. Denn der Beruf des Bergretters ist nicht mal eben von heute auf morgen erlernt. Erst nach einer circa dreijährigen Ausbildung können sich Bergretter auch als solche bezeichnen. Die Ausbildung der Bergwacht Bayern beispielsweise beinhaltete nicht nur einen psychischen sowie physischen Eignungstest. Die werdenden Bergretter müssen ebenfalls Tests im Bergsteigen ablegen, Praktika absolvieren und Prüfungen in den Bereichen Winterrettung, Notfallmedizin, Luftrettung, Sommerrettung und Naturschutz absolvieren.

Dabei ist der Beruf des Bergretters wohl eher eine Berufung, denn die Mehrheit der Retter machen das Amt freiwillig. Das Ehrenamt beinhaltet übrigens neben der Sicherung von Menschen auch die Sicherung von Tierleben, welche sich in alpiner Notlage befinden.

Titelbild: © Silvano Rebai/stock.adobe.com

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