Sicher durch den Winter: Mit Corona-Tests und Apps das Ansteckungsrisiko verringern

Corona-Test

Seit Wochen bewegt sich die Zahl derer, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben, auf einem hohen Niveau. Schon mehr als 1,9 Millionen Menschen haben sich seit Anfang Januar nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) nachweislich mit der Lungenkrankheit angesteckt, 40.686 sind daran gestorben. Obwohl sich bis 11. Januar bereits 613.347 Menschen haben impfen lassen, ist die Sorge vieler weiterhin groß, sich anzustecken. Besonders ein beengter Arbeitsplatz ohne die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können, ist riskant. Um etwas unbeschwerter ins Büro gehen zu können, ermöglicht eine Reihe an Corona Apps und Tests eine bessere Kontrolle über Kontakte und kann die Gefahr eines Ausbruchs verringern.

Überholte Technik? Die Corona Warn App hat Schwachstellen

Zum einen gibt es die vom Bundesministerium herausgebrachte „Corona Warn App“, die einst Kanzleramtschef Helge Braun als „beste Corona-App weltweit“ gerühmt hatte. Wie der Homepage des RKI zu entnehmen ist, haben schon rund 25 Millionen Deutsche diese heruntergeladen. Die Funktionsweise der App basiert darauf, Nutzer per Mitteilung zu warnen, wenn sie für eine bestimmte Zeit Kontakt mit einer Corona-positiven Person hatten – vorausgesetzt dieser nutzt ebenfalls die App. Und genau darin offenbart sich zugleich die Schwachstelle: Auf älteren Smartphone-Modellen funktioniert die Anwendung nicht sowie auch neue Erkenntnisse der Wissenschaft sich nicht in den Daten der App wiederfinden. Inzwischen ist klar, dass das Kriterium, sich länger als 15 Minuten in geringerem Abstand als 1,5 Meter zu einer infizierten Person aufgehalten zu haben, nicht ausreicht. Denn: Auch Treffen – wie etwa in einem Großraumbüro – mit mehreren Menschen über längere Zeit in einem geschlossenen Raum können riskant sein.

Die Corona App der Fanta 4 „Luca“ soll Veranstalter retten

Bislang relativ unbekannt ist die App „Luca“, die Nexenio und Kulturschaffenden wie der Band Fanta 4 mitentwickelt haben. Sie funktioniert über einen QR-Code der Nutzer, über welchen sie einen virtuellen Schlüssel auf ihr Smartphone gesendet bekommen – damit loggen sie sich etwa beim Restaurant- oder Konzertbesuch ein. Die Daten der Besucher werden virtuellen gespeichert, wobei nur das jeweilige Gesundheitsamt vor Ort darauf Zugriff hat, die Veranstalter hingegen nicht. Sobald ein Corona-Fall gemeldet wird, gleicht das System die Kontaktpersonen der vergangenen 14 Tage ab und informiert die Verantwortlichen. Nach zwei Wochen werden die Daten wieder gelöscht.

Kanadische Forscher versprechen Corona-Test per App

Noch reine Zukunftsmusik ist bislang der Ansatz des kanadischen Forscherteams Two-Photon Research: Ein Diagnosetools soll mit Hilfe des Smartphones eine Corona-Infektion innerhalb weniger Sekunden entdecken. Und auch die Testergebnisse sollen laut Hersteller genauso akkurat sein wie jene aus dem Labor. Für die Tests verwendet Two-Photon Research die von dem Unternehmen patentierte Aptamer-Molecular-Photonic-Beacon-Technologie (AMPB). Die von den kanadischen Forschern eigens entwickelten Beacons untersuchen, ob in einer Speichelprobe der getesteten Person das S1-Protein des Sars-CoV-2 vorhanden ist. Sollte das der Fall sein, würde sich das S1-Protein an das AMPB binden und auf einen LED-Blitz des Smartphones reagieren. Dieses zeigt über eine App schließlich das Ergebnis: rot bedeutet positiv, grün negativ. Wann der Test verfügbar sein wird, ist bisher noch unklar.

Antigenschnelltest bringt Ergebnis innerhalb kurzer Zeit

Ähnlich schnell bringt der Corona Antigenschnelltest etwa der Schweizer Firma Roche ein Ergebnis. Mit einer Sensitivität von 96,5 Prozent erkennt der Schnelltest eine Corona-Infektion, der mittels Nasen-Rachen-Abstrich funktioniert. Mit einer Flüssigkeit in Kontakt gebracht, erscheint wie bei einem Schwangerschaftstest ein farbiger Strich, der eine mögliche Infektion anzeigt. Unsicher hingegen ist die Anwendung bei niedriger Viruslast. In solchen Fällen können Test falsch negativ ausfallen – wobei Infizierte zu diesem Zeitpunkt kaum ansteckend sind. Allerdings sind diese Schnelltests in Deutschland nicht frei erhältlich, Apotheken geben sie nur an Arztpraxen und Krankenhäuser aus. Hintergrund ist die Sorge der Bundesregierung, dass die Menschen sich durch falsch-negative Ergebnisse etwa durch falsche Anwendung anstecken.

Der PCR-Test liefert die zuverlässigsten Ergebnisse im Labor

Als zuverlässigste Method gilt bisher der PCR-Test. Wie schon beim Schnelltest funktioniert dieser über einen Nasen-Rachen-Abstrich, der anschließend im Labor ausgewertet wird. Die Ergebnisse sind sehr zuverlässig und für alle mit Wohnsitz in Bayern auch kostenlos. Jedoch kann es aufgrund der hohen Auslastung der Labore mehrere Tage dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Antikörpertest zeigen durchgemachte Infektion an

Wer herausfinden möchte, ob er eine Erkrankung bereits ausgestanden hat, kann dies durch sogenannte Antikörpertests tun. In diesem Fall wird das Blut auf Antikörper gegen das Virus untersucht. Diese Methode gibt es ebenfalls als Schnelltest, allerdings ist dieser ungenauer als eine Untersuchung im Labor.

Titelbild: © Parilov/stock.adobe.com

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