Albert Uderzo: “Die spinnen, die Römer!”

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In Partnerschaft mit René Goscinny erschuf Albert Uderzo die wohl bekannteste französischsprachige Comicbuchreihe. In den Abenteuern von Asterix gaben sie ganz eigene Einblicke in die Welt 50 vor Christus. Am 24. März 2020 verstarb Uderzo – sein Werk bleibt jedoch bestehen.

Zwischen Comics und Krieg

Uderzo kam am 25. April 1927 als Sohn italienischer Einwanderer im französischen Fismes zur Welt, einer Stadt in der Nähe von Reims. Bereits früh wurde seine Leidenschaft zum Malen und Zeichnen deutlich. Wie Asterix.com schreibt, war Uderzo auch ein Fan von Walt-Disney-Charakteren. Vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs spielte er mit dem Gedanken, Flugzeugmechaniker zu werden. Auch träumte er in seiner Jugend davon, ein Rennfahrer zu sein. “Am Ende ist es aber leichter, Stift und Radiergummi in die Hand zu nehmen”, sagt Uderzo in L’Indépendant. Und fing, kaum dass Frankreich befreit war, als Zeichner bei verschiedenen Magazinen an. Bis er im Jahr 1951 den Franzosen René Goscinny traf.

Uderzo und Goscinny

Gemeinsam erschufen sie Asterix, den Gallier, der in ihrem neu aufgelegten Magazin Pilote seinen ersten Auftritt hatte. Während Uderzo die Illustrationen übernahm, engagierte Goscinny sich als Texter. Die beiden verband schnell eine tiefe Freundschaft. Umso härter traf Uderzo der Tod Goscinnys im Jahr 1977. “Ohne ihn wollte ich nicht weitermachen, ich fühlte mich verloren”, zitiert der Tagesspiegel. Den Lesern zuliebe führte er die Abenteuer von Asterix dennoch fort, und zwar in beiden Rollen. “Der große Graben“, der 25. Asterix-Band, war der erste, den Uderzo allein produzierte. Erst mit 84 Jahren entschied sich Uderzo dazu, aufzuhören und die Feder an die nächste Generation weiterzugeben. Er verstarb im Alter von 92 Jahren an einem Herzinfarkt.

Ein Welt-Franchise

Innerhalb von 50 Jahren seit Beginn der Asterix-Serie entwickelten sich die Abenteuer des tapferen Galliers zu einem weltweiten Phänomen. Asterix’ Abenteuer wurden in 107 verschiedene Sprachen oder Dialekte übersetzt. Insgesamt, so berichtet der ORF, gingen 390 Millionen Bände über die Ladentheken. Elf Filme entsprangen dem Franchise, außerdem ein Asterix-Vergnügungspark, Merchandising und andere Projekte. “Ich wünsche mir, dass Asterix noch Generationen überdauert”, so drückt Uderzo seine große Hoffnung aus. Übrigens: Auch aktuell erregt eines von Asterix’ neuen Abenteuern Aufmerksamkeit. Denn im 2017 erschienenen Band “Asterix in Italien” taucht ein Bösewicht namens Coronavirus auf. Darum glaubten Fans, die Autoren hätten hellseherische Fähigkeiten.

Titelbild: ©Boris Stroujko/ stock.adobe.com

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