Final Upload: Nach dem Tod in die Cloud?

Final Upload Tod

“Upload“ heißt der neue Serien-Blockbuster von Amazon Prime. Die Handlung: Statt eines „traditionellen“ Jenseits kommt Protagonist Nathan in die „Cloud“. Die dystopische Vorstellung angesichts der rasanten Entwicklung digitaler Techniken wirft Fragen auf: Könnte sich die Digitalisierung tatsächlich irgendwann dahingehend entwickeln, den Menschen virtuell am Leben zu halten? Und wie weit vorangeschritten ist die Forschung am ewigen, digitalem Leben?

Hollywood macht’s vor

In Amazons neuster Eigenproduktion „Upload“, gilt es für Nathan Brown (Robbie Amell) nach einem Unfall folgende Entscheidung zu treffen: Operationssaal oder digitaler Upload. Der Knackpunkt: Die Entscheidung für Letzteres gilt für immer. Er entscheidet sich für das virtuelle Leben in „Lakeview“, gemeinsam mit anderen Toten. Eine Komödie, die augenscheinlich so wirkt, als sei das Dasein als Datensatz ein reines Idyll. Ohne wesentliche Unterschiede zum irdischen Leben. In 2014 wählte Hollywood im Science-Fiction Thriller „Transcendence“ bereits einen ähnlichen Ansatz. Johnny Depp verkörpert den Wissenschaftler Will Caster, eine Koryphäe auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Nach einem Attentat greift er auf die eigene Technologie zurück und wird schließlich selbst zur virtuellen Realität. Und ganz nach Hollywood mit unvorhergesehenen Folgen.

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Das ewige virtuelle Leben?

Wie nah die Realität mittlerweile an der Fiktion der Filmstudios liegt, zeigt sich am Beispiel von Bruce Duncan, Managing Director of Terasem Foundation (TMF). Das Ziel der Organisation: Eine digitale Maschine mit der kompletten Bandbreite menschlicher Emotionen zu kreieren. Einen Menschen nachzubilden, genauer gesagt: In dem hierzu entwickelten Projekt LifeNaut, entwickelt Duncan seit 2008 Avatare, welche die Nutzer über eine Facebook-ähnliche Plattform trainieren. Die Besitzer der Avatare sollen dem Programm dadurch so viele persönliche Daten und Informationen wie möglich zur Verfügung stellen. Auch regelmäßige Kommunikation soll das virtuelle „Ich“ schulen. Nutzer könnten so, laut Duncan, nach dem Ableben als Android wiederbelebt werden. Er sagt:

“Wir gehen davon aus, dass dies irgendwann möglich sein wird, vorausgesetzt wir verfügen über ausreichend Informationen über die Verstorbenen.”

Zudem speichert das Unternehmen auf Wunsch DNA-Material. Das Risiko: Laut Datenschutzbestimmung des Unternehmens darf LifeNaut die Nutzerdaten zu Marketingzwecken oder Verbesserung des Dienstes weiterverkaufen. Mit Bina48, der Avatar von Bina Aspen, ist dem Unternehmen jedoch tatsächlich ein funktionierender Roboter gelungen.

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Vergangenheit trifft Fortschritt

In Südkorea gelang Wissenschaftlern Anfang des Jahres ebenfalls ein Durchbruch. Wie n-tv berichtet, ermöglichte ein TV-Format – mithilfe von Virtual-Reality- Technologie – ein Widersehen zwischen Mutter und Tochter. Die Sendung „Ich traf dich“, ermöglichte der Mutter ein Gespräch mit ihrer verlorenen Tochter. In Echtzeit. Auch die Berührung des Kindes war dank haptisch extrem sensiblen Sensor-Handschuhen möglich. Im Netz rief das Video unterschiedliche Reaktionen hervor. Viele bezeichneten die Technologie als geschmacklos.

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Digitaler Nachlass

Während Wissenschaftler weltweit noch an High-Tech Lösungen für das scheinbar ewige Leben feilen, verewigen sich einige Menschen nach dem Ableben unbewusst digital. Allerdings: Das Bewusstsein nimmt zu. Denn wie eine Studie des Digitalunternehmens Bitkom aus dem Jahr 2019 ergab, kümmert sich inzwischen jeder Dritte um sein digitales Erbe. Sie hinterlegen also beispielsweise Login-Daten und Online-Konten zur Abmeldung für Angehörige. Eine Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2015 ergab noch, dass bis dato nur neun von zehn Internetbenutzern ihren digitalen Nachlass regeln. Für ein virtuelles Vermächtnis – das im Vergleich zu künstlicher Intelligenz nicht die Ewigkeit überdauern soll – lassen sich mittlerweile Social Media Profile wie Facebook, Instagram oder Xing seit einigen Jahren vorübergehend in einen „Gedenkzustand“ versetzten.

Titelbild: ©BublikHaus/stock.adobe.com

1 Kommentar

  1. […] Die provokative Science-Fiction/Comedy Serie von Amazon erzählt von einer Zukunftsversion im Jahr 2033. Dank moderner Technik ist es möglich das Bewusstsein der Menschen vor dem Tod in ein virtuelles Resort zu laden. Doch Werbung, In-App Käufe und Kapitalismus existieren auch im digitalen „Paradies“ und nur wer genug Geld in den Taschen hat kann sich ein angenehmes Leben nach dem Tod leisten. Mehr über Upload und das ewige virtuelle Leben gibt’s in diesem Beitrag. […]

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