Jobs am Limit: Kurvenkünstler im Grenzbereich

Testfahrer_als_Traumjob
Traumjob Testfahrer

Allen grundsätzlichen Diskussionen rund ums Thema Auto zum Trotz: Unter echten Autofreaks gilt der Job eines Testfahrers immer noch als Traumberuf – am besten bei einem großen Autohersteller oder gar einem Motorsport-Rennstall.

Wie weit Vorstellung und Realität beim Berufsbild Testfahrer tatsächlich auseinander liegen, ist den meisten Petrolheads jedoch gar nicht bewusst. Grund genug, diese Tätigkeit näher zu beleuchten und die Frage zu stellen: Wie sieht der Alltag eines Testfahrers wirklich aus und mit welchen Risiken ist er dabei konfrontiert?

Kein Job mit klassischem Berufsprofil

Fahrzeugerprober, Versuchsfahrer, Versuchsingenieur, Testfahrer – eine exakte Berufsbezeichnung gibt es ebensowenig wie eine einheitliche Ausbildung und ein einheitliches Einsatzgebiet. Laut Definition der Bundesagentur für Arbeit prüfen Testfahrer Fahrzeuge auf speziellen Teststrecken wie auch im Straßenverkehr hinsichtlich verschiedener Kriterien wie Fahreigenschaften, Leistung oder Funktionalität. Testfahrer arbeiten in der Regel als Angestellte von Automobil-, Reifen- und Motorherstellern. Aber auch in der Fahrzeugentwicklung von Ingenieurbüros oder bei Fachzeitschriften gehören Testfahrer zur Stammbelegschaft. Nicht zuletzt haben sich im Umfeld der großen Teststrecken einige Dienstleister auf dem Markt positioniert, die für die großen Autohersteller Personal rekrutieren.

Nur wenige Testfahrer können von ihrem Job leben

Die Jobs auf den Teststrecken von VW, Mercedes, Daimler und Konsorten sind zwar begehrt, aber alles andere als gut bezahlt. Und in der Regel nur von kurzer Dauer. Bei den von Subunternehmen angebotenen Tätigkeiten handelt es sich meist um Nebenjobs, die nichts mit dem Jobprofil eines über mehrere Jahre ausgebildeten Versuchsfahrers zu tun haben. Beispiele für diese Art von Jobs sind Tests von Reifen und Fahrwerk unter Dauerbelastung oder gleichbleibender Geschwindigkeit, also eine eher monotone Tätigkeit, die kein umfassendes automobiles Wissen benötigt.

Nur wer direkt für einen der großen Autokonzerne arbeitet, darf auf eine – je nach Qualifikation –  angemessene Vergütung hoffen. Laut Steuerklassen.com verdienen festangestellte Testfahrer mit Berufserfahrung als Mechaniker oder Mechatroniker rund 43.000 Euro brutto pro Jahr. Außerhalb der Großkonzerne gibt es starke Unterschiede in der Vergütung, sodass für die gleiche Tätigkeit auch ein Jahresgehalt von 16.500 Euro möglich ist.

Negativbeispiele bestimmen die Schlagzeilen

Oft gerät der Job eines Testfahrers erst dann in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn bei einem Unfall Tote zu beklagen sind. Beispiele dafür gibt es auf öffentlichen Autobahnen wie auf abgesperrten Teststrecken: Mal ist es ein Prototypentester wie der im Jahre 2010 als „Turbo-Rolf“ bekannt gewordene Mercedes-Testfahrer. Der drängte eine junge Mutter in ihrem Kleinwagen von der A81. Oder ein Nebenjob-Testfahrer einer Fremdfirma, der auf der VW-Teststrecke in Ehra-Lessien tödlich verunglückt. 

Ein Fall für die Risikoprüfung

Hierbei handelt es sich um bedauerliche Einzelfälle, wie es dann von Seiten der Auftraggeber aus der Autobranche heißt. Diese Einzelfälle verdeutlichen aber die Risiken, die der Beruf mit sich bringt. Die DELA gehört zu den wenigen Versicherern, die Testfahrern im Rahmen einer Risikolebensversicherung Schutz gewähren. Andreas W. von der DELA Risikoprüfung:

„Testfahrer sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, weil ihre Fahrzeuge oftmals im Grenzbereich und darüber hinaus bewegt werden. Da diese Risikogruppe jedoch nicht besonders groß ist und die Sicherheitsvorkehrungen immer weiter verbessert werden, bieten wir auch dieser Berufsgruppe einen Versicherungsschutz an.”

Die Annahme, so der DELA-Mitarbeiter, erfolge stets nach einer individuellen Risikoprüfung, unter Umständen mit einem Risikozuschlag für Gefahrenberufe.

Beratungsansätze bei Testfahrern

Ein Blick auf das Berufsfeld Testfahrer zeigt: Wer diesen Job ausübt, setzt sich einem ganz besonderen Risiko aus. Neben den alltäglichen Gefahren im Straßenverkehr sind es vor allem Rücken- und Gelenkschmerzen, die zum Berufsalltag gehören.

Gerade für diese Berufsgruppe ist – ähnlich wie beim Sicherheitspersonal –  eine individuelle Vorsorgeberatung geboten. Je nach Einsatzgebiet und Einsatzort gilt es, individuelle Lösungen zu finden und anzubieten. Insbesondere die persönliche Absicherung von Leib und Leben steht dabei im Fokus.

Titelbild: © Anna Om / Fotolia.com; Beitragsvideo: © Deutsche Welle TV

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