Kitesurfen: Drachenzähmen für Anfänger?

Kitesurfen ist ein spannendes und gefährliches Hobby. Mehr Hintergruende.

Maui, Hawaii, das Meer glitzert türkis-grün. Am Horizont sind bunte Objekte zu sehen, die aussehen wie Gleitschirme. Doch es sind Surfer, die von einem Lenkdrachen, dem Kite, gezogen werden und das Wasser durchpflügen. Lässig lehnen sie sich zurück und heben immer wieder ab, um artistische Sprünge durchzuführen. Dabei sieht man aus der Ferne gar nicht, welche Körperspannung und Kraft benötigt wird, um den Kite bei Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern zu bändigen.

Von der Seidenstraße auf den Ärmelkanal

Die Wurzeln des Sports liegen weit zurück. Laut dem Deutschen Segler Verband (DSV) wurde der Lenkdrachen durch den Händler und Entdecker Marco Polo nach Europa gebracht und vorwiegend als Spielzeug benutzt. Seitdem experimentierten viele Erfinder mit den Kites als Antrieb. Der Engländer Samuel Cody schaffte es schließlich, sich in einem Boot mit dem Kite über den Ärmelkanal ziehen zu lassen. Wer das heutige Kitesurfen schlussendlich erfunden hat, ist nicht ganz klar. Gewiss ist jedoch, dass der Sport zu Beginn der 1990er Jahre entstanden ist.

Sicherheit durch Innovation

In den letzten dreißig Jahren hat sich der Sport stark verändert. Die neuen Technologien sorgen für mehr Stabilität, revolutionieren aber vor allem die Sicherheitssysteme. Während der Anfangszeit des Sports war der Kite noch fest am Trapez, welches um die Hüfte geschnallt wird, befestigt, was äußerst gefährlich werden konnte. Denn wer damals die Kontrolle über seinen Kite verlor, musste die Leinen durchschneiden. Da das in einer Notfall Situation nicht immer gelang, gab es früher einige schlimme Unfälle, bei denen Kiter mit Mauern oder anderen Objekten kollidierten. Die heutigen Kites haben das Problem mit einem zwei-Stufen-Sicherheitssystem gelöst, das es ermöglicht sich jederzeit vom Kite zu trennen.

Der exotische Sport begeistert die Massen

Seit Anfang der 2000er gewinnt der Wassersport an Popularität. Der DSV-Funktionär Mathias Regber schätzt, dass bereits über eine halbe Millionen Menschen Kitesurfen ausprobiert haben. So gibt es mittlerweile „Kite Camps“ von der Nordsee bis nach Südafrika und Sri Lanka. Seit 2012 ist „Kiterace“ sogar olympische Disziplin.

Kitesurfer werden

Wer mit dem Kitesurfen anfangen möchte, dem raten Experten unbedingt zum Unterricht. Dieser ist wichtig, um zu lernen, wie der Drache „gezähmt“ werden kann.

„Jeder Kitesurfer, der den Sport respektiert, wird dir sagen, dass Unterricht essenziell ist. Es geht dabei aber nicht nur darum, dich so schnell wie möglich aufs Wasser zu bringen – auch in Sachen Sicherheit brauchst du das notwendige Know-How.“ Luke Denny, Kitesurf-Coach

Je nach Erfahrung sind zehn bis zwölf Stunden notwendig, bis dann das Board benutzt werden kann.

Sicher Kiten

Obwohl der Sport sicherer geworden ist, gibt es dennoch einige Risiken, die zu beachten sind. Besonders Anfänger sollten aufpassen, dass sie sich nicht selbst überschätzen. Insbesondere bei ablandigen Wind besteht die Gefahr abzutreiben. Auch besteht ein weiteres Unfallrisiko in der Kollision mit anderen Kitern und Badegästen. Für ein solch risikoreiches Hobby kann eine Lebensversicherung durchaus sinnvoll sein. Hierzu führt die DELA für jeden Kunden eine individuelle Risikoprüfung durch.

Titelbild: ©mizuno555/stock.adobe.com

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