Vater, Mutter, Mutter, Kind: Vorsorge in der Patchworkfamilie

Patchworkfamilie und Vorsorgeplanung
Viele Menschen leben bereits als Patchworkfamilie zusammen und beeinflussen damit die Vorsorgeplanung. Worauf müssen Vermittler bei der Beratung von Patchwork-Familien achten?

Patchworkfamilien und andere Partnerschaftskonzepte kommen in allen Formen und Variationen vor. Das macht unsere Gesellschaft divers und spannend. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass es zahlreiche Konstellationen der Vorsorgeplanung gibt. Worauf müssen Vermittler bei der Beratung von Patchworkfamilien achten?

Patchwork (also frei übersetzt etwa ‘zusammengeflickte’) Familien, werden von vielen Sozialforschern als das Familienmodell der Zukunft angesehen. Dabei entstehen die Flicken hauptsächlich durch Trennungen und Scheidungen oder dann, wenn Alleinerziehende eine neue Partnerschaft eingehen. Und das passiert nicht selten: Jedes Jahr werden in Deutschland im Schnitt 150.000 Ehen geschieden. Bei der Hälfte aller Fälle sind Kinder betroffen.

Kinder aus früherer Beziehung

Passend dazu kommt eine Erhebung des demoskopischen Instituts Allensbach zu dem Ergebnis, dass knapp ein Viertel aller Eltern in Deutschland Kinder aus vorherigen Beziehungen haben. Und immer mehr Kinder werden in uneheliche Familienverhältnisse geboren. Im Jahr 2017 überstieg die Rate laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bereits ein Drittel deutlich.

Immer häufiger Patchwork-Familie

Wie viele Menschen genau in Deutschland in einer Patchworkfamilie leben, darüber sind sich die Fachleute nicht vollends einig. Der Bericht Monitor Familienforschung des Familienministeriums spricht von stagnierenden Umfrageergebnissen unterschiedlich repräsentativer Studien von 7 bis 13 Prozent. Angenommen wird jedoch, dass die tatsächliche Anzahl noch höher ist. Und der Trend steigt. Laut Familienforschern werden in Zukunft immer mehr Kinder und Jugendliche in mehreren Familien aufwachsen.

Plötzlich Eltern

Aber es ist wichtig festzustellen: In der Realität gibt es nicht die eine Patchworkfamilie. In Deutschland werden vielmehr bis zu 74 verschiedene biologische und soziale Zusammensetzungsmöglichkeiten von Familie und Elternschaft gelebt, in denen entweder zu den leiblichen Eltern ein sozialer Elternteil hinzutritt oder ein sozialer Elternteil einen verstorbenen ersetzt. Anders als biologische Eltern, haben Stiefeltern dann häufig nur wenig Zeit, um sich auf den Nachwuchs und ihre neue Rolle einzustellen.

Es geht um die Absicherung der Familie

Eine gute Vorsorgeberatung kann hier gezielt auf die Herausforderungen und Risiken einer neu gewachsenen Familie eingehen. Immerhin gelten die sozialen Partner und Eltern vor dem Gesetz als Fremde, völlig unabhängig von der Dauer der Beziehung untereinander. Sowohl das Sorgerecht, als auch die finanzielle Absicherung der Kinder ist dann in Gefahr, sollte einer der Elternteile plötzlich versterben. Gleiches gilt auch für geschiedene Elternteile, die außerhalb der Patchworkfamilie leben, aber weiterhin Alimente zahlen.

DELA Studie RLV Unterversorgung der Deutschen
DELA Verbraucherstudie

Deutsche unterversorgt

Trotz der gelebten Vielzahl von Patchwork und den dadurch entstehenden Risiken, sind die Deutschen bei Vorsorgemaßnahmen wie der Risikolebensversicherung jedoch unterversorgt, das zeigt eine Erhebung der DELA. Mehr als ein Drittel der Befragten hat für den eigenen Todesfall keine Vorsorge für die Familie oder den Partner getroffen. 79,3 Prozent der Befragten, durch alle Altersgruppen, haben keine Risikolebensversicherung.

Großes Potential für RLV

Dabei ist das Markt- und Beratungspotenzial enorm: Die Erhebungen ergaben weiter, dass knapp ein Viertel der Deutschen ohne Risikolebensversicherung noch nicht über eine Vorsorge nachgedacht hat. Gleichzeitig gaben 68,4 Prozent der Befragten an, der Vorsorgeschutz und die finanzielle Absicherung ihrer Familie sei ihnen sehr wichtig.

Patchworkfamilie und Versicherung: Ein gutes Team

Hinzu kommt, das RLVs, ganz im Sinne von alternativen Familienkonzepten, flexibel mehrere Versicherungsnehmer festhalten können und die für Patchworkfamilien häufig sinnvolleren Über-Kreuz-Verträge ähnlich erschwinglich sind wie Verbundverträge. Werden Laufzeit und Vertragshöhe dann an den Lebensstandard und die Risiken der neuen Familienform angepasst, sind die Versicherungsnehmer effektiv abgesichert.

Titelbild: © Anthony Tran / Unsplash.com

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