Bestattung vom Roboter: Wenn KI auf den Tod trifft

Bestattung vom Roboter: Wenn KI auf den Tod trifft
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So hört sich der Gesang zu einem buddhistischen Gedenkgottesdienst an. Im buddhistischen Glauben gibt es eine Vielzahl solcher Gesänge, die eine Familie je nach Ereignis auswählen kann. Dem Cremation Institute zufolge besagt die buddhistische Religion, dass die Methode, nach der eine Bestattung ausgeführt wird, nicht so wichtig ist wie die Intention dahinter. Dennoch spaltet der folgende Trend die Gemüter: Denn in Japan besteht die Möglichkeit, eine Bestattung vom Roboter ausführen zu lassen.

Pepper: Eine Bestattung vom Roboter

Der Entwickler des weißen Roboters mit den an Manga-Hefte erinnernden Augen ist Softbank, ein japanischer Großkonzern. Die Software für die Gesänge kam dagegen von Nissei Eco Co., einem Spezialisten für Materialien aller Art. Wie im Video beschrieben, sei diese Form der Zeremonie unter anderem wegen der Kosten für menschliche Priester vorteilhaft. Außerdem berichtet der Guardian davon, dass buddhistische Priester durch den demografischen Wandel weniger finanzielle Unterstützung von den Gemeinden erhalten (laut worldometers geht Japans Bevölkerung jährlich um minus 0,26 Prozent zurück). Dementsprechend suchen sie sich Nebenjobs und sind im Tempel nicht immer erreichbar. In einem solchen Fall kann „Pepper“ einspringen.

Digitale Unsterblichkeit?

Doch Japan hat noch mehr auf Lager. Während Pepper die Zeremonie übernimmt, können andere Roboter den Mantel eines Verstorbenen anlegen und den Hinterbliebenen in ihrer Zeit der Trauer helfen. Dazu ist jedoch ein Interview mit dem Verstorbenen, im Voraus aufgenommen, vonnöten. Der Roboter erhält dann eine 3D-gedruckte Maske vom Gesicht des Verstorbenen, übernimmt seine Spracheigenheiten und Gestik. Anschließend „lebt“ er für 49 Tage – solange wird in Japan getrauert. Erfinderin Etsuko Ichihara will Trauernden den Abschied erleichtern, sagte sie den KOAA News.

Ist die Bestattung vom Roboter angemessen?

Die Frage, die sowohl Pepper als auch das „Digital Shaman Project“ aufwerfen, ist: Sind Roboter geeignet für den Umgang mit dem „Leben danach“? Und ist die Bestattung vom Roboter vereinbar mit Religion? Die Kommentare unter den Videos zeigen eine gewisse Spaltung. Denn manche Zuschauer finden das Konzept „creepy“, es habe keine Seele. In Deutschland lassen wir das Ganze darum absichtlich ein bisschen langsamer angehen. Denn tatsächlich hat sich der „Robo-Priester“ von einem deutschen Konzept inspirieren lassen: Dem Segensroboter „BlessU-2“. Dieser wurde zum 500. Jahrestag der Reformation in Wittenberg ausgestellt mit dem Zweck, Diskussionen anzuregen, berichtet die EKHN. Seine Funktionen umfassen etwa das Sprechen und das Ausdrucken von Segen.

Der Tod aus digitaler Sicht

Doch auch außerhalb Japans ist die Verknüpfung vom Begräbnis mit Technologie bereits in vollem Gange. Die schwedische Fenix-Agentur verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie Digital Shaman, nur baut sie keine Roboter, sondern programmiert, elitereaders zufolge, einen Chatbot. Und Emerj berichtet von AIM, einem Konzern, der es Menschen ermöglichen soll, per Hologramm auf ihrem eigenen Begräbnis zu sprechen.

Titelbild: © Halfpoint / Fotolia.com

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