Buildering: Das Dach der Großstadt bezwingen

Buildering: Das Dach der Großstadt bezwingen
A woman looking at the sunrise in front of her tent in the mountains.

400 Meter über dem Rush Hour-Verkehr, nur gehalten von einem Seil und dem eigenen Können. So sieht das „CityClimb“-Erlebnis in New York aus. Wir werfen einen Blick auf ein riskantes Hobby.

Was ist Buildering?

Manche klettern im Eis, andere in der Kirche und wieder andere müssen für den Job Fassaden erklimmen. Wem das nicht reicht, der versucht sich an moderneren Bergen – welchen, die senkrecht in die Höhe ragen. Hochhäuser, Wolkenkratzer und Brücken sind die Kletterziele neuer Generationen. Die Rede ist vom Buildering – auch Urban Climbing genannt, grob übersetzt in etwa städtisches Klettern. Dabei kann es zu Verwechslungen mit dem Bouldern kommen. Bouldern ist in Deutschland schon seit einigen Jahren ebenfalls im Trend, hierzulande kennt man es aber eher aus der Sicherheit einer Kletterhalle. Die Kletterer erklimmen glatte Wände, wofür sie bunt markierte Klettersteine verwenden. Beim Buildering jedoch klettern die Sportler an künstlichen Strukturen und vom Menschen errichteten Objekten und Bauten. Bei vergleichsweise niedrigen Objekten gibt es weder Sicherung noch Seil, sondern nur ein Crashpad, eine Art Matte, die auf dem Boden liegt und eventuelle Stürze abfedern soll. Zum Beispiel Brücken oder niedrige Mauern. Bei größeren Zielen reicht das nicht mehr.

Wie riskant die höheren Kletterziele sein können, zeigt zum Beispiel das Video vom YouTuber James Kingston.

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Anfänge des Builderings

Das Buildering ist bereits mehr als 120 Jahre alt. Allerdings blieb es schon damals nicht nur bei Brücken und kleinen Mauern. Die Buildering-Profis wollten seit jeher so hoch hinaus wie nur möglich. Wie die Bergzeit berichtet, war der Alpinist Geoffrey Winthrop im Jahr 1895 schon eifrig dabei, die Cambridge Universität zu erklettern. Alain Robert aus Frankreich versuchte sich schon am Empire State Building und dem Taipei 101 in Taiwan. Und auch in Deutschland gibt es risikofreudige Pioniere, die die Begeisterung fürs Buildering verbreiteten. Ein Beispiel dafür ist Udo Neumann, Initiator der ersten Buildering-Weltmeisterschaft. Heutzutage versuchen die Urban Climbers immer neue Höhen zu erreichen. So erklommen die Kletterer Vitali Raskalov und Vadim Makhorov im Jahr 2015 Shenzhens neues Finanzzentrum, das als zweithöchstes Gebäude der Welt galt.

Die Ausrüstung

Je nachdem, wo der Builder-Enthusiast klettert, ist ein festes Outfit vonnöten. sportalpen.com rät zu robuster Kleidung, die zugleich ausreichend Bewegungsfreiheit bietet. Vor allem Stretch-Materialien seien daher bei den Kletterern beliebt. Außerdem sollten die Sportler Karabiner und Seil mit sich führen, falls es doch ein bisschen höher geht. Zuletzt ist das bereits erwähnte Crashpad ein wichtiger Begleiter des Buildering-Enthusiasten. Diese gibt es für nicht allzu viel Geld beim Sportfachhändler. Insgesamt kommt diese Sportlergruppe also, was das Equipment angeht, vergleichsweise günstig weg.

Risiken beim Urban Climbing

Eines vorweg: Im Grunde unterliegen die Urban Clipper denselben Risiken wie alle anderen Kletterer auch. Sie brauchen eine gute Fitness und viel Kraft in Armen, Beinen, Fingern und Füßen. Außerdem eine gute Kenntnis des Zielobjekts und die passende Ausrüstung. Welche Risiken das Erklettern von vom Menschen gebauten Strukturen noch haben kann, zeigt etwa der Fall von Wu Yongning, einem bekannten chinesischen Martial Arts- und Kletterkünstler. Yongning war im chinesischen Netzwerk „Weibo“ durchaus bekannt, hatte Tausende Follower und postete regelmäßig kurze Videos davon, wie er ohne Sicherheitsausrüstung hohe Gebäude erklomm. Am 8. November 2017 stürzte er von einem 62-stöckigen Gebäude in Changsha.

Der britischen BBC zufolge wird das sogenannte „rooftopping“ – also das Erklettern von extrem hohen Gebäuden ohne Sicherheitsausrüstung – überall auf der Welt derzeit immer beliebter. Wie ein Beispiel von zwei Kletterern auf der Golden Gate Bridge zeigt, gibt es aber auch rechtliche Risiken: Nicht jedes Gebäude und jede Brücke darf einfach so erklettert werden.

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Der City Climb

In den vergangenen Jahren hat sich das Urban Climbing allerdings auch zunehmend professionalisiert und weiterentwickelt. In einigen Städten gibt es mittlerweile Gebäude, die offiziell erklettert werden können. Darunter befinden sich zum Beispiel Bunker in Berlin, die Kletterbrücke Eichenau in München oder eben der City Climb auf einem New Yorker Wolkenkratzer.

Was ist der City Climb? Laut Homepage handelt es sich um das am höchsten gelegene Open Air Gebäude-Kletterlebnis der Welt. Die Kletterer bezwingen die Außenfassade des Gebäudes in mehr als 365 Metern Höhe. Oben angekommen, haben sie einen Ausblick von der am höchsten gelegenen Outdoor-Plattform in New York City. Dabei werden sie nur von einem Seil und ihrem eigenen Können gehalten.

Für alle, die sich am Klettern versuchen wollen, gilt es, niemals das eigene Können zu überschätzen und stets ausreichend gesichert Sport zu treiben. Bei Kunden, die gerne klettern, kann eine Risikolebensversicherung helfen – so sind selbst im Fall der Fälle die eigenen Liebsten finanziell abgesichert. Dafür ist jedoch stets eine individuelle Risikoprüfung erforderlich. Weitere Informationen dazu finden Vermittler auf der Homepage.

Titelbild: ©sanderstock/ stoc.adobe.com