D-Lounge: New Work – Revolution am Arbeitsmarkt? Nachgefragt bei Franziska Zepf …

Franziska Zepf D-Lounge New Work
Franziska Zepf D-Lounge New Work

New Work. Alles steht auf dem Prüfstand

Homeoffice, hybrides Arbeiten, hierarchielose Organisationen, die Auflösung der klassischen Bürostruktur, Shared-Desk-Konzepte, weniger Arbeitszeit, eine 4-Tage-Woche zu gleichem Gehalt. Was gestern unmöglich schien, wird heute heiß diskutiert. Denn die zunehmende Vernetzung der Welt schenkt uns eine bislang nicht dagewesene Freiheit und Mobilität von Arbeit. Schöne neue Arbeitswelt?

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nachgefragt bei Franziska Zepf

Franziska ist Geschäftsführerin von PremiusMakler und www.die-gründerinnen.de und berät Gründer, Selbstständige und Jungunternehmer beim Aufbau ihrer beruflichen Existenz. Franziska ist nicht nur Social Media Expertin. Sie ist auch Expertin für New Work. Sie arbeitet auf der ganzen Welt und berichtet in der D-Lounge über ihre aussergewöhnlichen Arbeitsorte.

New Finance: Franziska, Du hast für Dich den Work und Travel-Lifestyle perfektioniert. Wie, wo und wann findet Dein unkonventionelles Arbeitsleben statt?

Franziska Zepf: Mein Arbeitsleben findet ehrlicherweise überall da statt, wo ich entscheide zu arbeiten. Tatsächlich habe ich noch keinen Ort auf der Erde gefunden, an dem ich nicht arbeiten konnte. Egal ob auf marokkanischen Dachterrassen, dem Beifahrersitz auf dem Weg in unsere zweite Heimat Portugal, portugiesischen Steilküsten, costaricanischen Stränden oder panamenischem Regenwald. Umso besonderer die Location, desto kreativer wird meine Arbeit. Ich brauche eigentlich nur mein MacBook und meine EarPods. Ohne die geht tatsächlich nichts. Damit schaffe ich mir meine Privatsphäre. Gerne teile ich mir die Art meiner Arbeit nach den Locations ein. So wie manche ihren Glücksschlüpfer haben, habe ich bestimmte Orte, an denen ich besonders gerne arbeite. Soll ich meinen Lieblingsort verraten? Das mach ich dann gerne am 07.12. … .

New Finance: Bist Du als Jungmaklerin auch auf Widerstände gestossen? Nach dem Motto: Wer so arbeitet, meint es nicht wirklich ernst?

Franziska Zepf: Klares ja! Lustigerweise gerade die sehr alt eingesessenen in dieser Branche haben meine moderne Arbeitsweise mit Faulheit verwechselt. Auch eine saloppere Arbeitskleidung, die man zwangsläufig auf Rucksackreisen hat, hat immer einmal wieder für weniger konstruktive Kritik geführt. Funfact: Mein Opa wurde letztens auf der Straße von einem anderen Makler angesprochen, ob seine Enkeltochter die ist, die mit Reisen ihr Geld verdient. Ich finde es eher lustig, dass dies von der Generation, die mit der Arbeitsweise nichts anfangen kann, so gesehen wird. Hinter den Kulissen und Instagramstories arbeite ich eher mehr als weniger, wenn ich unterwegs bin, da mein Unterbewusstsein so gepolt ist, dass ich überall arbeiten kann.

New Finance: Du betreust als Maklerin Gründer, Selbständige und Jungunternehmer und bist bestens vernetzt. Haben Millenials und GenZ tatsächlich eine komplett andere Vorstellung von Work und Life?

Franziska Zepf: Gute Frage. Ich glaube dass sich die Generation nicht verallgemeinern lassen kann. Aber viele unserer Kunden hinterfragen einfach stark, wofür sie ihre Zeit und Energie einsetzen. Da Gründner und Selbstständige häufig viel mehr Energie in ihren Beruf stecken als in ihrem vorhergegangenen Angestelltenverhältnis, ist es schön zu sehen, dass sie anstreben, ihre Arbeitsmodelle so angenehm wie möglich zu gestalten und eben auch ihren privaten Wünschen anzupassen. Und nicht andersrum.

New Finance: Erfordert das Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung  ein umso stärkeres Maß an Eigendisziplin? Schätzen sich da manche auch falsch ein?

Franziska Zepf: Ja definitiv. Ein klassischer Morgen im Ausland sieht bei uns so aus, dass mein Wecker mehrere Stunden vor dem meines Partners klingelt. Die meisten Menschen an diesen Orten sind da, um Urlaub zu machen und leben diesen voll aus. Das ist natürlich nicht immer leicht da, „Nein ich arbeite“ zu sagen. Da ich aber wirklich für meinen Job brenne, erleichtert es mir die „Neins“. Das muss aber auch wirklich trainiert werden. Vor allem, wenn man auch immer wieder Kommentare hört wie „Du bist ja nur im Urlaub“, kann das schon demotivierend sein. Wenn man also sowieso ein nicht besonders disziplinierter Mensch ist, würde ich erst einmal üben, bevor ich den Schritt in ein unabhängiges Arbeitsmodell wage.

New Finance: Welche New Work-Träume hegst Du noch? Oder kannst Du Dir auch vorstellen, eines Tages wieder ganz „normal“ in einem Büro zu arbeiten?

Franziska Zepf: Tatsächlich hatte ich im September 2022 richtig Lust, den Rest des Jahres klassisch mit meinen Mitarbeitern im Büro zu verbringen. Gerade auf langen Reisen sind es meist die Menschen, die man vermisst.  Ich kann aber nur so viel sagen, dass ich 2023 schon einige große berufliche Reisen geplant habe und sich vielleicht im kommenden Jahr etwas komplett Neues im Ausland auftut. Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, wieder „immer“ im Büro zu sein. Das wäre mir schlichtweg zu langweilig!

New Finance: Ist die Versicherungsbranche für New Work gerüstet? Wo muss nachjustiert werden, um beim Recruiting konkurrenzfähig zu bleiben?

Franziska Zepf: Definitiv JEIN! Die meisten Menschen in der Branche wären sowas von bereit! Vor allem die jüngere Generation. Eine gewisse Zeit tut so ein verändertes Arbeitsmodell auch tatsächlich jedem gut. Manchen auch länger. Man muss sich aber vor Augen halten, dass nicht immer alles schön und einfach ist. Man ist mit Herausforderungen konfrontiert, mit denen man nicht gerechnet hat und ist manchmal komplett auf sich alleine gestellt. Wenn ich aber ein lösungsorientierter Mensch bin, bekommt man das schon hin. Nachjustiert werden muss an der Einstellung derer, die eben gern in Ihrem Büro bleiben. Was ja auch in Ordnung ist. Und an den Vorgaben der Versicherer. Stichwort digitale Unterschrift. Kann es sein, dass jeder Makler verschiedene Programme braucht, nur um jeden Anbieter glücklich zu stimmen?

New Finance: Worauf freust Du Dich bei der D-Lounge in Düsseldorf ganz besonders? Mit welchen Erwartungen reist Du an?

Franziska Zepf: Ich freue mich am meisten, dass dieses besondere Thema eine Bühne bekommt und ich meine Erfahrungen aus Arbeiten in den unterschiedlichsten Ländern einmal teilen darf. Sehr gespannt bin ich auf die Erfahrungswerte der anderen Gäste und die spannenden Fragen aus dem Publikum.

Danke für’s Gespräch!

D-Lounge NEW WORK – Revolution am Arbeitsmarkt? Wie sieht unsere Arbeitswelt in 10 Jahren aus?

Das Thema der D-Lounge von DELA und die Bayerische

→ 07. Dezember 2022. 18:00 Uhr. Live aus der DELA-Zentrale in Düsseldorf

Unsere Gäste:

Miriam Höller, Speakerin, Model, Unternehmerin und Ex-Stuntfrau, hat in vielen Ländern gelebt und gearbeitet und sagt: Ohne Risiken einzugehen, gibt es keine Veränderung, Edwin Brouwers, Betriebswirtschaftler, Wirtschaftsprüfer und seit 2021 Direktor bei DELA, spricht mit uns über die Chancen und Grenzen von New Work , Stefanie Weidner, zuständig für Unternehmensentwicklung und Corporate Innovation beim Kölner Maklerbetrieb GründerFinanz, sagt, digitale Strukturen und Plattformen ermöglichen der Branche immer mehr ortsunabhängiges Arbeiten, Franziska Zepf,Geschäftsführerin von PremiusMakler und www.die-gründerinnen.de und weit gereiste Social Media Expertin, erzählt uns von ihrem eigenen aussergewöhnlichen Work and Travel-Lifestyle, Patrick Hamacher, Geschäftsführer von ‘Was-ist-Versicherung.de’ und ‘Hamacher Versicherungsmakler’ gibt uns interessante Einblicke in die spezielle Existenz- und Ausgabenabsicherung von Digitalen Nomaden, Florian Dismann, Geschäftsführer von Finanzmakler Bodensee Konzept GmbH und Buchautor, ging mit Experten aus Employer Branding, Leadership und Unternehmenskultur der Frage nach, wie Unternehmen dem Fachkräftemangel aus eigener Kraft entgegentreten.

Unsere Moderatoren:

Dr. Rainer Demski (NewFinance) und Walter Capellmann (DELA) freuen sich auf spannende Gäste.

Das ist die D-Lounge
Viermal im Jahr. Vier Städte. Vier Themen. Über 30 Speaker. Wie immer im Fokus: Aktuelle Themen, die die Branche beschäftigen. Das Besondere an unserem beliebten Feierabend-Talk. Vermittler können vor Ort oder virtuell an der D-Lounge teilhaben. Jeweils 20 Plätze sind verfügbar. Online natürlich unbegrenzt. Am 07. Dezember heißt es Willkommen zur Lounge „New Work“ im DELA-Hauptquartier Düsseldorf.

Hier kostenfrei zur D-Lounge anmelden:

An jedem Termin der D-Lounge freuen wir uns, die ersten 20 Interessenten als Gäste vor Ort begrüßen zu dürfen.

Titelbild: © NewFinance