Botschafter ins Jenseits: Grabpflanzen und ihre Bedeutung

Botschafter ins Jenseits: Grabpflanzen und ihre Bedeutung

Japan, 5. Jahrhundert. Um ihre Herrscher zu bestatten, errichteten die Japaner gewaltige Gräber. Diese sogenannten Kofun sind mit dichter Vegetation und Bäumen bedeckt und ihre Form zeigt, wer in ihnen begraben ist. Heutzutage wählen wir die Pflanzen, die Gräber zieren, bewusst und vorsichtig aus. Doch nach welchen Kriterien tun wir das? Welche Botschaften teilen uns diese Pflanzen mit?

Antike Grabpflanzen

Seit der Antike sind Blumen eng mit dem Tod und der Trauer verbunden. Bei den alten Griechen befestigten Trauergäste Rosenblüten an ihrem Kopf und an der Brust. Und unter den Grabbeigaben Tutanchamuns befanden sich Blätter des Ölbaums, Blätter des Sellerie sowie Beeren der der Solanacee – antike Grabpflanzen. Das berichtet die Deutsche Apotheker-Zeitung.

Grabpflanzen können entweder die Gefühle der Hinterbliebenen ausdrücken oder das Wesen des Verstorbenen symbolisch darstellen. Hierbei haben verschiedene Pflanzen ganz verschiedene Bedeutungen.

Rosen

Die Rose hat mehrere Bedeutungen. Am wohl bekanntesten: Sie steht für die Liebe. Allerdings kann sie auch Reinheit und Zärtlichkeit symbolisieren – oder aber Vergänglichkeit und den Tod selbst.

Krokusse

Für gewöhnlich symbolisiert der Krokus die Hoffnung und Frühlingserwachen. In Griechenland ist die Pflanze sehr beliebt – dort ist sie ein Zeichen für die Hoffnung auf Unsterblichkeit.

Lilien

Licht, Liebe, Reinheit – diese Grabpflanze ist oftmals auf bildlichen Darstellungen von Heiligen zu finden. Weiße Lilien spielen zudem eine große Rolle als Trauerblumen, darum werden sie häufig auch als Totenblumen bezeichnet.

Chrysanthemen

Eine traditionelle Totenblume. Chrysanthemen stehen für Totenandacht und die Liebe über den Tod hinaus. Da sie oft für die Totenandacht benutzt wird, verschenkt man sie möglichst nicht zu anderen Anlässen.

Das Immergrün

Ein beliebter „Bodendecker“. Immergrün steht für die Erinnerung an den Toten. Früher legten Hinterbliebene Kopfkränze aus Immergrün aus Ewigkeitssymbol mit in den Sarg von Verstorbenen.

Buchsbaum

Der Buchsbaum steht für die Hoffnung auf Auferstehung. Seine immergrünen Zweige treiben nach jedem Rückschnitt neu aus – darum ist er das Sinnbild für das ewige Leben, Unsterblichkeit und treue Liebe.

Eibe

Schon der römische Dichter Ovid schrieb von Eiben entlang der Allee zum Tartaros, also dem griechischen Pendant zur Unterwelt. Kein Wunder also, dass die Eibe für Unsterblichkeit, den Tod und den Bezug zur Totenwelt steht.

Heidekraut

Unverwüstlichkeit, Widerstandskraft und Einsamkeit – diese Botschaften vermittelt das Heidekraut.

Gänseblümchen

Symbolisiert Mutterliebe, christliche Tugenden, Reinheit, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit.

Vergissmeinnicht

Hier ist der Name Programm. Das Vergissmeinnicht steht für Erinnerung, Abschied in Liebe und ewige Treue.

Veilchen

Das Veilchen besticht durch einen angenehmen Duft. Es symbolisiert Bescheidenheit und Demut. Gleichzeitig ist es ein Zeichen für die Verbreitung der christlichen Lehre, Liebe und Hoffnung.

Die Lage der Grabpflanzen

Bei der Auswahl der Grabblumen ist zudem auf zwei Dinge besonders zu achten: Die Lage des Grabs und die Höhe der Pflanzen. Je nachdem, ob das Grab viel Sonne bekommt oder starker Witterung ausgesetzt ist, gilt es die Wahl der Grabpflanzen anzupassen. Außerdem sollten diese nicht so hoch sein, dass sie den Grabstein zu sehr verdecken. Zuletzt eignen sich diejenigen Pflanzen besser, die robuster gegen Schädlinge sind und darüber hinaus wenig Dünger und Wasser benötigen. Mein schöner Garten empfiehlt, die Bodendecker passend zu den Wuchsbedingungen zu wählen. Diese können einerseits Herbstlaub überwachsen und Unkraut am Keimen behindern.

Auf unserem Blog haben wir außerdem kuriose Grabsprüche zusammengetragen.

Titelbild: ©Claude Jin/stock.adobe.com

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