Riskante Hobbys: Im Motorsport sicher am Limit

Motorsport

“Motorsport ist gefährlich. Weniger als früher, aber er ist gefährlich”

Gesteht F1-Weltverbandschef Jean Todt ein. Die Formel 1 per se gilt heute – nach jahrzehntelanger Verbesserung – als relativ sicher. Wichtige Sicherheitsupdates kamen jedoch erst vergleichsweise spät. In den ersten 25 Jahren hatte die Profiliga nur vier Sicherheitsvorschriften eingesetzt. 1952 die Helmpflicht, 1959 den Überrollbügel, 1969 Sicherheitsgurte, 1973 deformierbare Tanks.

Hohe Geschwindigkeit, hohes Risiko

Die Sicherheitsrevolution durch technischen Fortschritt kam nach Ayrton Sennas tödlichem Crash 1994: Unter anderem Unfallschreiber, der Nackenschutz, stauchbare Lenksäule, ein neues Helmsystem mit stabileren Visieren und die Safer Barrier als Schutz vor der Mauer. Unfälle minimierten sich durch entsprechende Entwicklungen drastisch. Ebenso das Verletzungsrisiko der Fahrer. Sicherheitsvorkehrungen wie der Cockpitschutz Halo, eingeführt 2017, stoßen allerdings auch auf Gegenstimmen. Während Befürworter den Sicherheitsfortschritt loben, bemängeln Gegner die Optik. Selbst Rennsportgrößen wie Sebastian Vettel äußerten sich zunächst skeptisch. Die Befürchtung: Verminderte Fahrleistung.

Kontrollierter Abstieg

Auch Motorradrennen wie der MotoGP sind durch Neuerungen in der Reglementierungen selbst bei 300 km/h vergleichsweise ungefährlich. Der Sicherheitskatalog der höchsten Motorrad-Weltmeisterschafts-Rennklasse umfasst 87 Seiten. Vorgeschrieben sind Helm, abriebresistente High-Tech Leder-Overalls, verstärkte Handschuhe und Stiefel sowie Brust- und Rückenprotektor. Das zertifizierte Equipment ist im Fachhandel mittlerweile auch für den Hobbyfahrer erhältlich. Das Training der Profis zielt ebenfalls auf mehr Fahrsicherheit ab. Die Piloten sind darin geschult, sich bei Kontrollverlust von ihren Maschinen zu lösen.

Sandiges Spektakel

Ein eher unberechenbares Beispiel für die Sicherheit im Motorsport – selbst für teilnehmende Profirennfahrer wie Fernando Alonso – bietet hingegen die Rallye Dakar. Bei dem jährlichen Wettbewerb, der als die bedeutendste Langstrecken- und Wüstenrallye der Welt gilt, kommt es immer wieder zu Todesfällen, die dann in den Schlagzeilen landen. Im Januar starb der niederländische Motorrad-Pilot Edwin Straver. Der 69. Rennfahrer bei der Rallye seit Beginn 1980/81. Die Sicherheitsdebatte wurde dadurch neu angeregt. Wie Motorsport Total berichtet, sollen Airbags 2021 für Teilnehmer erstmals verpflichtend sein.

The Need for Speed

Im älteste Amateur-Motoradrennen der Welt, der „Isle of Man Tourist Trophy“, ließen seit 1907 bereits über 250 Teilnehmer ihr Leben. Sicherheitsvorkehrungen wie Auffangnetze oder Reifenstapel sind trotzdem kaum vorhanden. Rekordweltmeister boykottierten, laut Red Bull, schon vor Jahren die Teilnahme. Infolge dessen verschwand das Rennen 1976 aus dem WM-Kalender. Der österreichische Teilnehmer Horst Saiger schwärmte 2013 hingegen in einem Interview mit dem Spiegel:

„Die Isle of Man, das ist nicht irgendein Straßenrennen. Das ist, als wenn du aus deiner Dorfkirche kommst und plötzlich im Kölner Dom singst.“

Und Schriftsteller Hunter S. Thompson formulierte einst:

„Schneller und schneller, bis das Verlangen nach Geschwindigkeit die Angst vor dem Tod überwiegt.“

Motorsportprofis trainieren meist seit dem Kindesalter. Und besitzen Expertise durch jahrelanges Training. Hinzu kommt die technische Stütze, die Amateuren oft fehlt. Hobbysportlern empfiehlt es sich daher, sich Gedanken über eine Absicherung wie beispielsweise eine Risikolebensversicherung zu machen. Wer mehr Information zu diesem oder ähnlichen Produkten sucht, kann sich bei der DELA informieren.

Virtuelle Wartezeit

Der Formel 1-Saisonstart hat sich – auf Grund der Corona-Panademie – auf voraussichtlich 14. Juni 2020 verschoben. Wer den Start nicht mehr abwarten kann, für den empfiehlt sich das Verfolgen der F1 eSports Virtual Grand Prix Serie. Prominente und ehemalige Fahrer treten hier virtuell gegeneinander an. Übertragen wird das Rennen unter anderem auf der Formel 1-Homepage und Youtube.

Titelbild: ©Parilov / stock.adobe.com

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