Downhill MTB: Ungebremstes Adrenalin

Downhill

Mit dem Mountainbike in waghalsigen Abfahrten über Wurzeln oder ungebremst durch freies Gelände rasen? Zweifellos ist Downhill MTB ein adrenalinreiches Hobby. Doch was macht den Reiz des Sports aus? Und wie können die Extermsportler den Risiken des Sports begegnen?

Über Stock und Stein

Für den Mountainbike Sport sind es zweifellos gute Nachrichten: Trotz ursprünglicher Absage auf Grund der Corona-Krise, findet die Weltmeisterschaft 2020 laut mtb News nun doch von 07. – 11. Oktober in Saalfelden Leogang statt. In gleich vier waghalsigen Disziplinen absolvieren die Fahrer herausfordernde Streckenverläufe. Sportler und Veranstalter freuen sich bereits auf das Happening. Angesichts der Verletzungsliste des Downhill World-Cups des Vorjahres mag das für Außenstehende auf Unverständnis stoßen: Gebrochene Augenhöhlen, gerissene Achilles-Sehnen und ausgekugelte Schultern sind nur ein paar der Beispiele.

Übung macht den Meister

Doch wie erreichen Hobby-Radfahrer das Level der WM-Profis ohne Schwerstverletzungen? Da es sich beim Downhill Mountainbike um kurvige und hindernisreiche Abfahrten in rasantem Tempo handelt, gilt es für den Einstieg in den Sport einiges zu beachten. Das Portal Waldhelden empfiehlt zunächst einige Schutzmaßnahmen wie lange Kleidung, einen (Integral-)Helm sowie Knie- und Ellenbogenprotektoren. Außerdem sollte niemand für die ersten Fahrten direkt wildes Gelände befahren.

Um ein Gefühl für den unebenen Untergrund sowie das Mountainbike zu bekommen, empfehlen sich stattdessen zunächst Übungsstrecken. Wo die sogenannten Pumptracks zu finden sind, lässt sich unkompliziert über Onlineportale recherchieren. Auch spezielle Bikeparks bieten blaue Pisten für Anfänger. Da der Downhill-Sport zwangsläufig von schmerzhaften Stürzen begleitet wird, sollten Ungeübte vorab zudem unbedingt ein Profi-Coaching absolvieren, um Verletzungen zu vermeiden.

Hoher Preis für den Kick

Ein gravierender Unterschied zum normalen Mountainbike liegt – besonders bei intensiver Betreibung des Sports – zunächst im Preis. Gut und gerne kostet ein Downhill Mountainbike mit geeigneter Ausstattung und hochwertigen Materialien locker ab 2.000 Euro aufwärts. Nach obenhin sind die Grenzen offen. Hinzu kommt die Schutzausrüstung.

Und auch der Reiz der Gefahr ist selbstverständlich nicht zu unterschätzen. Während Hobbysportler bei Mountainbike Radtouren in – zwar anspruchsvollen – Gefilden fahren, ist Dreh und Angelpunkt des Downhill MTB die unvorhersehbare Buckelpiste. Warum jemand Kopf und Kragen für das Downhill Mountainbiken riskiert, erklärt Profi-Fahrerin Steffi Marth im Video-Interview mit DASDING. Sie begeistere vor allem die Verbundenheit mit der Natur sowie der Nervenkitzel des Sports.

Disziplin für Können und Sieg

Selbst Hobbysportler müssen für Downhill MTB in eine gute Ausrüstung investieren. Regelmäßiges Training ist bei diesem Sport selbst für Laien unvermeidbar, um das Verletzungsrisiko gering zu halten. Im Interview mit dem Mountainbike-Magazin Enduro gewährt der deutsche Meister Fabian Scholz Einblicke in seinen Trainingsplan. Wichtigstes Fazit: fast tägliches Training. An sechs Tagen wöchentlich. Neben dem Radsport trainiert Scholz im Kraftraum und hält sich außerdem an einen strikten Ernährungsplan.

Das Risiko minimieren

Laut Zahlen des Alpinmesse Forum, erhoben zwischen 2017 und 2018, verunglückten von 706 registrierten Mountainbikern 86% auf der Abfahrt. Eine Zahl, die steigen dürfte, je anspruchsvoller die Route ist. Umso wichtiger ist es, den Sport Downhill MTB nicht leichtfertig anzugehen. Die Auseinandersetzung mit der richtigen Ausrüstung, ein professionell geführtes Fahrtraining für Anfänger, jedoch auch Fortgeschrittene Downhill MTB-Fahrer, ist ein Muss um sich bestmöglich zu schützen. Sportler, die Interesse an einer Absicherung für den Schadensfall haben, können sich zudem über die Website der DELA über mögliche Produkte informieren.

Titelbild: ©sportpoint/stock.adobe.com

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