Riskante Hobbys: Zwischen Adrenalinrausch und Schatzsuche

Riskante Hobbys: Zwischen Adrenalinrausch und Schatzsuche
Hipster young woman hiking holiday, wild adventure.

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen – der Frühling steht vor der Tür. Trotz Corona-Lockdown trauen sich immer mehr Menschen wieder hinaus, um sich körperlich zu betätigen. Darunter sind auch riskante Hobbys. Worauf gilt es hier zu achten? Wir geben einen Überblick.

Der Berg ruft

Eines der beliebtesten Hobbys der Deutschen ist das Bergsteigen. Neun Millionen Deutsche steigen in ihrer Freizeit zumindest „ab und zu“ auf den Berg. 1,02 Millionen Menschen davon zieht es häufig nach „oben“. Bergsteigen liegt derzeit schwer im Trend – die Zahl derer, die dem Hobby regelmäßig frönen, steigt. Dabei gilt es sich vor allem vor Selbstüberschätzung zu schützen. Denn viele Unfälle geschehen, weil die Unfallopfer sich ihrer Fähigkeiten zu sicher sind. Sie überschätzen dabei sowohl ihre Ausdauer als auch ihre Fähigkeiten in Sachen Orientierung und Ausrüstung. Die häufigsten Gründe für Unfälle sind Stolpern, Umknicken und Stürze. Weitere Informationen zum Bergsteigen gibt es im DELA Magazin.

Downhill-MTB

Berge eignen sich allgemein für eine Vielzahl verschiedenster Freizeitbeschäftigungen, von denen einige riskante Hobbys sind. Downhill-Mountainbiker zum Beispiel leben für den Adrenalinrausch. Sie suchen den Kick auf hindernisreichen Abfahrten mit engen Kurven – und das mit einem so hohen Tempo wie möglich. Der Name ist hierbei Programm, es geht generell bergab. Zur grundlegenden Schutzkleidung gehören ein Helm, Knie- sowie Ellbogenprotektoren und lange Klamotten. Übungsstrecken sollen dabei helfen, die Biker auf das Terrain vorzubereiten und das Verletzungsrisiko zu minimieren.

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Geocaching

Auch genannt: Die weltgrößte Schatzsuche. Geocaching kombiniert den Gebrauch modernster Technologie mit einem Ausflug in die Natur. Auf der Suche nach den versteckten Schätzen bringt man ganz automatisch lange Strecken hinter sich, oftmals sogar ohne es zu merken. Wem das Wandern nicht zusagt, für den ist Geocaching eine belohnende Alternative.

Aber was ist Geocaching? Im Grunde handelt es sich dabei um eine Nonstop-Outdoor-Entdeckungsreise rund um die ganze Welt. Um mitzumachen, müssen Interessierte einfach die Geocaching App herunterladen. Damit navigieren sie zielsicher durch die Natur – bis zu den versteckten Schätzen, die Geocaches heißen. Wer einen findet, trägt sich ins Logbuch ein und legt den Cache dann wieder zurück. Immerhin gibt es auch andere Schatzsucher, die dann nicht enttäuscht werden wollen. Geocaching kann eine völlig neue Welt direkt vor der Haustür eröffnen.

Dasselbe Prinzip verfolgen Mobile Games wie Ingress, Pokémon Go und Harry Potter: Wizards Unite. In diesen suchen die Spieler ebenfalls nach Geocaches, allerdings in rein digitaler Form und mit dem jeweiligen Thema des Spiels „aufgemotzt“. Pokémon Go beispielsweise lässt Spieler per GPS-Technologie „Pokéstops“ aufsuchen, an denen sie verschiedene der kleinen Monster finden und fangen können.

Weitere Informationen dazu finden Interessierte unter Geocaching.com.

Camping

Camping ist bei Deutschen ebenfalls sehr beliebt. Zumeist geschieht das mit dem Campingwagen oder einem entsprechenden Anhänger auf dem Campingplatz, doch hin und wieder lockt die freie Natur. Errichtet ein Camper sein Zelt in Wald und Wiese, ist von Wildcampen die Rede. Ab hier wird es kompliziert. Zwar sieht das Bundesnaturschutzgesetz folgendes vor: „das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung“ ist allen gestattet. Damit sind etwa private Wege, Feldraine, Heide- und Brachflächen gemeint. Auch das Betreten eines Waldes ist zum „Zwecke der Erholung“ gestattet – hier regeln die Länder allerdings die Einzelheiten. Das Übernachten ohne Zelt unter freiem Himmel wird oftmals für eine Nacht geduldet, aber wer Campen will, muss sich mit der örtlichen Forstbehörde oder mit dem Grundstücksbesitzer kurzschließen.

Naturschutzgebiete, Nationalparks, Landschaftsschutzgebiete und ähnliche sind davon ausgenommen. Hier ist das Wildcampen generell verboten. Bei Verstößen warten hohe Bußgelder.

Eine Übersicht der Regelungen der Länder gibt es bei Bergzeit.

Riskante Hobbys zu Land

Jetzt, wo die Tage länger und wärmer werden, trauen sich auch zunehmend Läufer wieder auf die Straßen und Feldwege der Bundesrepublik. Das Laufen, sei es schnell oder langsam, Jogging oder Walking, ist womöglich das beliebteste Outdoor-Hobby der Welt. Man braucht nicht viel: Passendes Schuhwerk, dazu je nach Jahreszeit Shorts und T-Shirt oder Pulli und Jogginghose. Marathonläufer treiben diesen Sport dann auf die Spitze. Die Zahl der deutschen Läufer sinkt zwar, aber dafür hat der Halbmarathon die breite Gesellschaft erreicht und zieht Jahr für Jahr mehr Besucher an. Genau wie Bergsteiger laufen Marathonläufer Gefahr, ihr Risiko zu unterschätzen. Das verriet uns Guido Lehberg, Biometrie-Experte und Marathonläufer, im persönlichen Gespräch. „Gerade die Knochen, Bänder, Sehnen und auch die Muskeln stehen unter extremer Belastung. Ein weiteres großes Risiko ist der Marathon-Burnout. Es ist wichtig, sich mental auf die Zeit nach dem Lauf vorzubereiten, wenn die Anspannung raus ist und der Läufer sein Ziel erreicht hat.“

Parkour

Wem das Laufen nicht genug ist, kann sich an Freerunning und Parkour versuchen. Dabei handelt es sich um urbane Sportarten, die im Laufe des letzten Jahrzehnts immer beliebter wurden. Der große Unterschied: Beim Parkour kommt es darauf an, so effizient wie möglich von A nach B zu gelangen und dabei mit verschiedensten Tricks Hindernisse aller Art zu überwinden. Freerunner wiederum suchen die Freiheit in der Bewegung und verbinden das Laufen mit Elementen aus der Akrobatik.

Traceure, so nennen Parkour-Läufer sich, sind ständig auf der Suche nach neuen Hindernissen und Herausforderungen. Profi-Traceure agieren teils in großen Höhen und begeben sich in physische Ausnahmesituationen. „Wenn du die anspruchsvollen Tricks probierst, die auch cool aussehen, dann musst du üben wie verrückt. Da bleiben auch Verletzungen nicht aus, wenn du falsch landest, zum Beispiel“, erklärt Gaston Lalanne im Gespräch mit dem DELA Magazin.

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Auf den Spuren von Captain America

Hier geht es nicht um Superheldenarbeit, sondern um das Motorrad. Seitdem der „Easy Rider“ Peter Fonda die Massen mit seiner Idee der großen amerikanischen Freiheit begeisterte, zieht es hunderttausende von Bikern jährlich auf die Straßen. Obwohl ihre Schutzkleidung im Straßenverkehr schon ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h ihre Schutzfunktion einbüßt, gilt das Biken als ausgleichendes und entspannendes Hobby. Eine Studie der Universität Los Angeles kam zu dem Schluss, dass Motorradfahren die sensorische Aufmerksamkeit erhöht und gleichzeitig das Stresshormon Cortisol abbaut. Weitere Informationen zu diesem Hobby finden Sie hier.

Wie einst Lilienthal

Zuletzt wird auch das Gleitschirmfliegen immer beliebter. Dem Deutschen Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V. (DHV) zufolge gewann er zwischen 1997 und 2018 rund 16.000 Mitglieder. Doch wer hoch hinaus will, muss mit tiefen Stürzen rechnen. Im Jahr 2018 standen über 200 Verletzungen durch Paragliding auf dem Papier. Die Gleitschirmpilotin Marion Wohlhaupter verriet uns im Interview, dass im Grunde jeder fliegen könne. Er braucht nur Geduld, Selbstbeherrschung, Gewissenhaftigkeit und eine gewisse körperliche Fitness. „Der Gleitschirmsport muss kein riskantes Hobby sein“, sagt sie dazu. Es komme aber stark auf die Vorbereitung und verschiedene Faktoren wie das Wetter und die Thermik an.

Titelbild: ©Johnstocker/stock.adobe.com

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