Grüne Bestattungen: Nachhaltig ins Nachleben

Grüne Bestattung: nachhaltig ins Nachleben
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Das Thema Nachhaltigkeit hat sich fest im öffentlichen Diskurs festgesetzt. Neben Recycling, Mülltrennung, Fair Trade- und Bio-Einkäufen gibt es unzählige andere Möglichkeiten, die Erde ein bisschen grüner zu gestalten. Und zwar nicht nur im, sondern auch nach dem Leben. Immer mehr Bestatter bieten darum sogenannte „grüne“ Bestattungen an.

Was sind grüne Bestattungen?

Unter grünen Bestattungen sind Bestattungsarten zu verstehen, die durch ihre Methodik einen geringeren CO2-Ausstoß und eine geringere Belastung der Umwelt anstreben. „Grüne“ Bestatter haben sich zum Ziel gesetzt, zu verhindern, dass zum Beispiel schädliche Stoffe vom Sarg lösen und in die Erde oder ins Grundwasser gelangen. Dazu gehören Lack oder Metall. Auch zielen sie eine möglichst platzsparende Bestattung an.

Weitere Faktoren, die zu einer ökologischen Bestattung beitragen:

  • Verwendet so wenig unbehandelte Rohstoffe wie möglich
  • Hat einen kleinen CO2-Fußabdruck
  • Geringer Verbrauch fossiler Energien

Einäscherung

Die Kremation im Rahmen einer Feuerbestattung hat einen gespaltenen Ruf. Einerseits gilt sie als sehr Platz sparend, da nach der Verbrennung kein Sarg mehr erforderlich ist. Stattdessen kommt die Asche in einer wesentlich kleineren (vorzugsweise aus abbaubaren Stoffen erstellten) Urne unter. Schon vor Jahren erfreute sich diese Form der Bestattung wachsender Beliebtheit. In Großbritannien wünschten sich 2008 etwa 70 Prozent aller Verstorbenen eine Verbrennung, berichtet der Spiegel. Die Asche eines Verstorbenen stellt eine geringere Belastung für Boden und Grundwasser dar, denn viele Schadstoffe entweichen bei der Verbrennung. Allerdings entsteht bei der Verbrennung selbst CO2.

Grüne Bestattungen im Wald

Auch beliebt: Die Bodenbestattung. Diese kann entweder im Sarg auf dem Friedhof geschehen oder in einem sogenannten Bestattungswald. Bereits seit 20 Jahren ist dieses letztere Modell bekannt. Die Idee dahinter: Es handelt sich um Waldflächen, in denen Urnen im Wurzelbereich von Bäumen beigesetzt werden. Diese sind meistens bis zu 99 Jahre lang gepachtet. Utopia zufolge empfiehlt Greenpeace diese Art der Bestattung. Natürlich sind auch hier die Urnen aus Material gefertigt, das schnell zerfällt.

Auf hoher See

Seebestattungen meistens im Meer oder in einem Fluss statt. In diesen sind weder Fischerei noch Wassersport erlaubt. Die Bestattung erfolgt per Urne, die aus einem sich schnell auflösenden Material besteht. Hierbei kommt es allerdings erstens auf das Bundesland an, ob diese Bestattungsart erlaubt ist. Zudem muss eine Verbundenheit des Verstorbenen zum Meer ersichtlich sein um eine solche Bestattung durchzuführen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag „Alles rund um die Seebestattung: Der Ruf des Meeres“.

Eiskalte Bestattung

Das Nonplusultra der ökologischen Bestattung ist die sogenannte Promession, eine von der schwedischen Biologin Susanne Wiigh-Mäsak entwickelte Bestattungsform. Bereits 2008 berichtete die FAZ von dieser Praxis: Verstorbene werden hierbei zunächst in einer Stickstoffdusche bei minus 196 Grad tiefgefroren, per Vibration zu einem feinen Pulver verarbeitet, getrocknet und anschließend in einem Sarg aus Mais- oder Kartoffelstärke zur letzten Ruhe gebettet. Ecowoman zufolge zerfallen Sarg und Inhalt innerhalb eines Jahres zu einem nährstoffreichen Kompost.

Die Technik im Detail:

Vorbild Walter White

Neben diesen Bestattungsarten gibt es noch eine weitere „grüne“ Variante. So berichtet der Bestatter Mymoria von der Resomation. Auch genannt alkalische Hydrolyse. Dabei geht es darum, den Körper des Verstorbenen in einem Hochdruckbehälter in heißer Luge zu zersetzen. Bei einer Erdbestattung dauert es mehrere Jahre, bis der Leichnam zersetzt ist – der Resomator braucht wenige Stunden. Allerdings endet der Verstorbene danach nicht in einem Sarg, sondern als Dünger oder im Abfluss.

Ob die gewünschte Bestattungsmethode in Deutschland verfügbar ist, hängt aktuell stark vom Bundesland ab. In Niedersachen ist die Temperaturbehandlung mit anschließender Erdbestattung zum Beispiel bereits erlaubt – wenn der Sarg kompostierbar ist.

Titelbild: ©Rawpixel.com/ stock.adobe.com

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