Manche mögen’s heiß: Von Vulkan- und Feuerbestattung

Manche mögen’s heiß: Von Vulkan- und Feuerbestattung
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Wir schreiben das Jahr 79 nach Christus: In Italien bricht der Vesuv aus und zerstört die Städte Herculaneum und Pompeji. Herabregnende Gesteinsbrocken, der berüchtigte pyroklastische Strom oder Rauch – die Todesarten waren vielfältig. Noch heute sind die Tausenden Opfer der unfreiwilligen Vulkanbestattung Objekt der Forschung. Die Vulkanbestattung aber hat es bis in die Moderne geschafft.

Bekanntlich keine Neuheit

Neu ist diese Form der Bestattung nicht. Bereits im Mai 2009 berichtete der Bestatterweblog von der Vulkanbestattung. Diese hatte in Deutschland lediglich einen Anbieter: Ein Unternehmen namens Seven Summits. Vor der Vulkanbestattung steht, wie bei so vielen anderen exotischeren Bestattungsformen auch, eine Kremation des Verstorbenen an.

“Cast it into the fire”

Angehörige können nur dann eine Feuerbestattung anregen, wenn das der Wunsch des Verstorbenen war. Hierzu bietet es sich an, vor dem Tod eine Kremationsverfügung zu verfassen, auch Bestattungsverfügung genannt. Vor der Kremation muss zusätzlich eine zweite Leichenschau erfolgen. Diese soll feststellen, ob der Verstorbene eines natürlichen Todes gestorben ist und ob er medizinische Hilfsmittel, etwa einen Herzschrittmacher, trägt. Die eigentliche Einäscherung dauert im Schnitt 90 Minuten. Dabei beträgt die in der Kremationskammer herrschende Temperatur maximal 1.200 Grad Celsius, berichtet Bestattungen.de.

Letzte Ruhe im Lavastrom

Anschließend wird die Asche in einer Aschekapsel gesammelt und in eine Urne übertragen. Die Urne wiederum kann viele weitere Wege gehen. Zum Beispiel kann sie in einem Gletscher ihre letzte Ruhe finden, in einem Friedwald oder auch im Meer. Oder, wie bei Seven Summits, im Vulkan. Da in Deutschland Friedhofspflicht herrscht und sowieso nicht allzu viele aktive Vulkane zu finden sind, findet die Vulkanbestattung generell im Ausland statt. Wie Lars Dott von Seven Summits dem Spiegel berichtete, ist mit dieser Art der Bestattung stets eine Reise verbunden. Die Asche findet ihre letzte Ruhe in einem Lavastrom, zum Beispiel auf einem Vulkan in Hawaii. Den Tagebüchern des englischen Missionars William Ellis zufolge war es in Hawaii schon vor Hunderten von Jahren Praxis, Knochen von Verstorbenen in aktiven Vulkanen beizusetzen.

Titelbild: ©Kar Tr/ stock.adobe.com

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