Wenn Kunden aufs Ganze gehen: Diese Risiken kennt die Branche

Wenn Kunden aufs Ganze gehen: Diese Risiken kennt die Branche

Hier im DELA Magazin haben wir jede Menge riskanter Hobbys und Berufe vorgestellt. Aber welche „gewagten“ Sünden sind den deutschen Maklern schon untergekommen? Wir haben nachgefragt.

Die gewagtesten Risiken

Während der Eine sich mit dem Race-Truck auf die Fahrbahn begeben, übt sich die Andere in Parkour, wieder andere suchen beim Geocaching nach versteckten Schätzen: Die Zahl der riskanten Hobbys ist groß. Auf welche riskanten Hobbys der Kunden müssen Versicherungsmakler sich in der Beratung einstellen? Das haben wir in einer nicht repräsentativen Umfrage innerhalb der großen Maklergruppen in den sozialen Medien ermittelt. Wie sieht das Risikoempfinden im Alltag tatsächlich aus?

Ungesichert klettern

16 Prozent der befragten Makler gaben an, schon Kunden erlebt zu haben, die hobbymäßig ungesichert auf Klettertour gehen. Laut dem Deutschen Alpenverein (DAV) ist gerade das Klettersteiggehen in den letzten Jahren immer beliebter geworden – allerdings steigen die Fälle der Blockierungen auf Klettersteigen. Das kommt immer dann vor, wenn jemand mitten auf der Strecke entweder physisch ausgelaugt ist oder mental derartig blockiert, dass er sich nicht mehr vor- oder zurückbewegen kann.

Autorennen fahren

Weitere 16 Prozent der Befragten gaben das Autorennen als eines der Hobbys ihrer Kunden an. Das kann entweder auf legalem Wege mittels der C-Lizenz passieren. Allerdings berichtete die Tagesschau bereits davon, dass auch illegale Autorennen sich immer größerer Beliebtheit in Deutschland erfreuen. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der illegalen Autorennen und Raserfahrten mehr als verdoppelt. Im Jahr 2019 erfasste die Polizei noch 2.163 illegale Autorennen, 2021 waren es bereits 5.674.

Paragliding

Auf dem dritten Platz der häufigsten Risiko-Hobbys liegt das Paragliding. Laut dem Deutschen Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V. steigt die Zahl der Unfallmeldungen im Paragliding seit vielen Jahren stetig an. Dabei geschehen immer mehr schwere Unfälle, die Todesfälle dagegen bleiben, verglichen über die Jahre, relativ konstant. Weitere Details dazu stellt der DHV in seinen Jahresstatistiken bereit.

Den Arztbesuch ausfallen lassen

Sieben Prozent der befragten Makler gaben an, bereits einmal einen Kunden betreut zu haben, der einfach auf Arztbesuche verzichtet. Aus Sicht der Bundesregierung ist das eine fahrlässige Entscheidung, denn regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können bestimmte Erkrankungen (zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs) frühzeitig erkennen und sie sogar in den Frühstadien bereits bekämpfen. Sie sind also auch dann hilfreich, wenn keine akuten Krankheitssymptome vorliegen. Für Kinder und Jugendliche ist im Gesetz verankert, dass sie bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf die entsprechenden Untersuchungen haben, außerdem gibt es für Erwachsene diverse Möglichkeiten für die Untersuchung auf verschiedene Erkrankungen. Weitere Informationen dazu stellt die Bundesregierung bereit.

Mountainbiking

Ein eher geringer Teil der Befragten hatte schon mit Mountainbikern zu tun. Mountainbiker setzen je nach Fahrt nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch vergleichsweise teures Equipment aufs Spiel. Mit geeigneter Ausstattung und hochwertigen Materialien kostet das Bike allein ab 2.000 Euro aufwärts. Hinzu kommt die Schutzausrüstung. In der Sub-Kategorie „Downhill MTB“ stürzen sich die Fahrer regelrecht von den Bergen, rasen mit halsbrecherischer Geschwindigkeit steile Pisten herab.

Social Media Challenges

Ein vergleichsweise ungewöhnliches Risiko, das Makler mittlerweile bemerkt haben, sind sogenannte Social Media Challenges. Um festzustellen, wie gefährlich die sein können, reicht ein Blick auf die „Tide Pod Challenge“ von 2018. Hier haben Kinder und Teenager in den Vereinigten Staaten damit begonnen, Waschmittel-Tabs der Marke „Tide Pod“ zu essen.

Von Antonov und Basejumping

Und zuletzt gab ein kleiner Teil der Makler den Sprung mit einem Auto und einem Fallschirm aus einem Antonov-Flugzeug als ein Risiko an, das ihm bereits untergekommen ist. Mit einem Prozent war außerdem „Basejumping“ das seltenste Risiko überhaupt. Letzteres ist laut Andreas Weigt, Risikoprüfer bei der DELA in Deutschlands, eines von zwei Risiken, das die DELA von vornherein nicht versichert.

Titelbild: © Александр Иванов / stock.adobe.com